Samstag, 09. März 2019 07:49 Uhr

Rittergut in Hoppensen: Artgerechte Pferdehaltung wird belohnt

Hoppensen (red). Im Zertifizierungsverfahren der Laufstall-Arbeitsgemeinschaft e.V. für artgerechte Pferdehaltung, kurz LAG, freut sich die Bauherrin und Betriebsleiterin Ute Rossmayer über den funkelnden Sterneregen in Silber und Gold. Die Inspekteure der LAG nahmen sich sehr viel Zeit, um die gesamte Reitanlage am Rittergut in Hoppensen auf Herz und Nieren zu überprüfen. Neben den baulichen Anlagen und den Licht- und Luftverhältnissen (Klima) im Pferdestall richtet sich der Blick vor allem auf die vierbeinigen Bewohner. Dabei werden Bewegungsmöglichkeiten, die Ernährung, das Ruheverhalten, Sozial- und Komfortverhalten und die allgemeine gesundheitliche Verfassung als weitere Kriterien in Augenschein genommen. So ergeben sich insgesamt sieben differenzierte Bewertungs-Kategorien, die sich an den Grundbedürfnissen der Spezies Pferd ausrichten. Vier goldene und drei silberne Sterne schmücken nun die neue LAG-Plakette am Eingang zur Reitanlage (siehe Foto) und verweisen darauf, dass hier die Anforderungen an eine artgerechte Pferdehaltung „sehr viel mehr als erfüllt“ werden.

„Natürlich macht mich eine solche Auszeichnung stolz“, erklärt Ute Rossmayer, „denn sie honoriert alle Investitionen und das tagtägliche Engagement und Know-How meines Teams im Umgang mit den uns anvertrauten Pferden. Darüber hinaus werden wir allerdings nicht müde, uns auch eigene Ziele in Punkto Tier- und Menschenwohl zu stecken und dabei nachhaltig und umweltbewusst zu wirtschaften. Um langfristig ein Umdenken in der Pferdehaltung zu erwirken, müssen wir schließlich immer wieder neue Anreize schaffen.

Letztlich geht es um die eine Kernfrage, die sich in den Köpfen der Pferdebesitzer abspielt: Ist es möglich, mein wertvolles Turnierpferd in einer Aktivstallherde zu halten? Dabei begegnen uns häufig die gleichen Sorgen, Ängste und auch Vorurteile, die wir seit nunmehr 10 Jahren aufzubrechen versuchen. Es ist kein Widerspruch, ein leistungsfähiges Sport-Pferd artgerecht zu halten, damit es physisch und psychisch langfristig gesund bleibt. Über derzeitige Diskussionen, ob Pferde beispielsweise 24 Stunden Heu zur Verfügung gestellt bekommen sollten, können wir nur schmunzeln. Dass qualitativ hochwertiges Heu immer zur Verfügung steht und digital per Transponder eine stündliche Kraftfuttergabe an die Pferde erfolgt, ist bei uns in den Aktivstallherden eine Selbstverständlichkeit. Nachweislich ist unter solchen Haltungsbedingungen sogar Rekonvaleszenz möglich und Pferde mit stressbedingten Magengeschwüren oder Stoffwechselstörungen blühen nach kurzer Zeit regelrecht auf. Das ist immer wieder eine Bestätigung für unsere Arbeit, denn wenn das Pferd gesund ist, freut sich auch der dazugehörige Pferde-Mensch. 

Diesem Ziel der artgerechten Haltung und Ausbildung von Sportpferden habe ich mich seit längerem verschrieben und versuche auch durch unsere Kooperation mit der Georg-August-Universität in Göttingen als Dozentin die gesammelten Erfahrungen weiterzugeben. Als Bauingenieurin und Master of Science der Pferdewissenschaften habe ich mich auf die Planung, den Bau und den Betrieb von Reitanlagen spezialisiert und schaue sozusagen berufsbedingt gleichzeitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die im Auftrag erbauten und natürlich auch auf meine eigene Reitanlage. Das bringt viele Vorteile mit sich, die ich stets im Interesse einer optimierten, artgerechten Pferdehaltung einsetze.“

Bei der Frage, woher sie die Kraft und das Engagement nimmt, als Bauingenieurin tätig zu sein und eine Reitanlage mit Aktivstall-Konzept als Betriebsleiterin zu führen, löst sich der konzentrierte Blick von Ute Rossmayer in einem verschmitzten Lächeln auf. „Schuld daran sind wahrscheinlich meine Eltern, die mir als Kind kein eigenes Haustier schenken wollten. Heute zählen fünf Pferde und zwei Hunde zur Familie und weitere 50 Pensionspferde werden durch unser Team betreut. Damit habe ich mir meinen Kindheitswunsch mittlerweile wahrscheinlich mehr als erfüllt.

Nicht nur an unserem Tag der offenen Tür - am Sonntag, dem 26. 05. - unter dem Motto „Erdbeerfest“ können sich Interessierte über unser Haltungskonzept informieren. Mein Team und ich stehen ihnen jederzeit sehr gerne beratend zur Verfügung und heißen sie auf unsere Reitanlage herzlich willkommen.“

Foto: Rittergut Hoppensen

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