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Sonntag, 22. März 2020 12:51 Uhr

Ordnungsämter und Polizei führen seit Donnerstag gemeinsam intensive Kontrollen durch

Kreis Northeim (r). Um die Ausbreitung des Corona-Virus nachhaltig zu verzögern, hat der Landkreis Northeim in den zurückliegenden Tagen ein umfassendes Bündel von geeigneten Maßnahmen getroffen. Es ist für uns alle unumgänglich, dass die erlassenen Beschränkungen auch befolgt werden.

Dementsprechend sind die Ordnungsämter der Kommunen gemeinsam mit der Polizei seit Donnerstagnachmittag unterwegs. Die Polizeidienststellen in Northeimer, Einbeck, Bad Gandersheim und Uslar erhalten dabei täglich Unterstützung durch Beamte der Bereitschaftspolizei Göttingen. Priorität hat bei diesen Streifengängen im gesamten Kreisgebiet die strenge Einhaltung der aktuell geltenden Regeln zur Minimierung sozialter Kontakte.

Seit Freitagmittag (20.03.2020) sind in den Städten des Landkreises die in der Anordnung erwähnten Geschäfte und Betriebe geschlossen. Bei den in den Vormittagsstunden noch offenen Geschäften bestand in der Regel rechtliche Unsicherheiten, die in kurzen Gesprächen ausgeräumt werden konnten.

In der Bevölkerung wurden die Maßnahmen der Ordnungsämter und der Polizei durchgehend positiv aufgenommen. Bislang wurde ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Sechs Personen hatten sich am Mittwoch, 18.03.2020, gegen 17.00 Uhr trotz des bestehenden Verbots auf dem Sportplatz in Langenholtensen getroffen. Die Personen aus Northeim, Langenholtensen und Nörten-Hardenberg sind zwischen 14 und 40 Jahren alt, trugen Sportbekleidung, Fußballschuhe und kickten mit einem Fußball. Nach deutlicher Ansprache durch die eingesetzten Polizeibeamten begab man sich nach Hause.

Seit Donnerstag (19.03.2020) sind die Polizeistationen in Nörten-Hardenberg, Katlenburg, Moringen und Hardegsen geschlossen. Ein Polizeibeamter der Nörten-Hardenberger Dienststelle war positiv auf das Virus getestet worden. Der Beamte befindet sich in häuslicher Quarantäne. Seine unmittelbaren Mitarbeiter wurden umgehend isoliert und arbeiten im Homeoffice bzw. befinden sich ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Diese Maßnahmen wurden in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Northeim getroffen. Die dienstlichen Aufgaben der vier Polizeistationen werden vorübergehend von der Northeimer Dienststelle mit übernommen. In einem nächsten Schritt werden in diesen Polizeistationen Sprechzeiten eingerichtet.

"Wir haben bislang alle Maßnahmen der Polizei täglich der neuen Lage angepasst. Wir müssen mit Blick auf die nächsten Monate ressourcenschonend agieren. Wichtig für die Funktionsfähigkeit der Polizei ist es, dass wir an den geeigneten Stellen den Bürgerkontakt minimieren und damit zusätzlichen Ansteckungsgefahren vorbeugen. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei die Anzeigeerstattung per Onlinewache (https://www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de/). Allgemeine Anfragen an die Polizei sollten telefonisch erfolgen. Ich bin sehr froh, dass wir in einem engen Schulterschluss mit dem Landkreis und den Ordnungsämtern vorgehen. Die Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei ist eine spürbare Entlastung. Die Bürgerinnen und Bürger begegnen uns mit ganz großem Verständnis. Das ist genau das richtige Signal. So können wir gemeinsam die Auswirkungen der Pandemie nachhaltig minimieren. Die aktuell gelebte soziale Distanz ist einfach lebensrettend " so Polizeidirektor Michael Weiner, Leiter der Polizeiinspektion Northeim

Foto: Polizei

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