Heckenbeck (red). Ein zunächst als brennender Komposthaufen gemeldeter Einsatz entwickelte sich in der Nacht zu Sonntag in der „Methfesselstraße“ im Bad Gandersheimer Ortsteil Heckenbeck zu einem aufwendigen Großeinsatz der Feuerwehr. Gegen 0.49 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Heckenbeck alarmiert.
Bereits bei der ersten Erkundung stellte sich heraus, dass sich das Feuer hinter einer hölzernen Fassadenverkleidung ausgebreitet hatte. Die Bewohner der beiden Haushälften mussten ihre Wohnungen verlassen und kamen vorübergehend in der Nachbarschaft unter. Aufgrund der Lage wurde die Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim mit Hilfeleistungslöschfahrzeug und Drehleiter nachalarmiert. Der erste Löschangriff erfolgte durch die Ortsfeuerwehr Heckenbeck.
Flammen breiten sich hinter Fassade aus
Die Löscharbeiten gestalteten sich in der Folge als besonders zeitintensiv. Um an den Brandherd zu gelangen, musste zunächst der Außenbereich freigeräumt werden. Das Feuer hatte sich zwischen der Holzverkleidung und der dahinterliegenden Konstruktion aus Stein, Dämmung und Leichtbauweise ausgebreitet und war stellenweise bereits in Innenbereiche sowie den Dachstuhl vorgedrungen. Ein vollständiges Übergreifen auf den Innenraum konnte durch den massiven Einsatz der Feuerwehr verhindert werden.
Zahlreiche Wehren und Spezialkräfte im Einsatz
Aufgrund der Brandausdehnung wurden weitere Ortsfeuerwehren aus dem Stadtgebiet Bad Gandersheim sowie eine zweite Drehleiter aus Einbeck zur Einsatzstelle alarmiert. Zusätzlich wurde eine zweite Wasserförderstrecke aus einer nahegelegenen Zisterne aufgebaut. Die Drohnengruppe der Ortsfeuerwehr Seboldshausen sowie der Fachzug Bevölkerungswarnung des Landkreises Northeim unterstützten die Einsatzleitung mit Luftaufnahmen aus der Luft.
Mehrere Stunden Einsatz bei Frosttemperaturen
Nachdem die komplette Holzfassade abgetragen worden war, konnte nach mehr als dreieinhalb Stunden intensiver Löscharbeiten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. Insgesamt waren rund 140 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Stadtwerken und Wasserwerk im Einsatz. Ein Bewohner wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Atemschutz und Einsatzstellenhygiene gefordert
Da ein Großteil der Arbeiten unter Atemschutz erfolgen musste, kamen 22 Trupps mit Atemschutzgeräten sowie mehr als 30 Einsatzkräfte mit Filtermasken zum Einsatz. Die Fachgruppe Einsatzstellenhygiene der Ortsfeuerwehr Dankelsheim stellte mit Unterstützung der Ortsfeuerwehren Gehrenrode und Helmscherode die Auskleidung und Versorgung der eingesetzten Kräfte sicher.
Im Einsatz waren neben der Ortsfeuerwehr Heckenbeck unter anderem die Ortsfeuerwehren Bad Gandersheim, Altgandersheim, Dankelsheim, Seboldshausen, Gehrenrode, Helmscherode sowie der Löschzug 2 mit Kräften aus Ackenhausen, Clus, Gremsheim und Wolperode. Ebenfalls vor Ort waren die Schwerpunktfeuerwehr Einbeck, Polizei, Rettungsdienst, die Stadtwerke sowie Vertreter der Stadt.



Fotos: Leon Hänel (Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit), Kai-Uwe Roßtock (Feuerwehren Stadt Bad Gandersheim)