Landkreis Northeim (red). Der 11. Februar steht europaweit im Zeichen der Notrufnummer 112 – einer Nummer, die im Ernstfall Leben rettet. Nur zwei Tage später folgt am Freitag, 13. Februar, bereits der Rauchmeldertag. Für Kreisbrandschutzerzieher Jan-Eric Loy sind beide Aktionstage eng miteinander verknüpft: „Rauchmelder warnen früh – und wer richtig reagiert und den Notruf wählt, verschafft sich entscheidende Sekunden.“
Denn bei Bränden ist häufig nicht das Feuer die größte Gefahr, sondern der giftige Rauch. Bereits wenige Atemzüge können lebensbedrohlich sein. „Wenn ein Rauchmelder Alarm schlägt, bleiben oft nur rund zwei Minuten, um richtig zu handeln“, erklärt Loy. Wichtig sei dann, Ruhe zu bewahren, den Fluchtweg zu prüfen und sofort die 112 zu wählen. Ist der Weg aus dem Gebäude verraucht, sollte die Tür geschlossen, auf sich aufmerksam gemacht und auf die Feuerwehr gewartet werden.
Wie relevant das Thema Brandschutz ist, zeigt ein Blick in die Einsatzstatistik der Einsatzleitstelle im Landkreis Northeim: 2025 rückten die Feuerwehren zu 715 Brandeinsätzen aus, darunter 613 Klein-, 76 Mittel- und 26 Großbrände. Im Vergleich zu 2024 ist die Gesamtzahl leicht gesunken, damals wurden 738 Einsätze verzeichnet, das Einsatzniveau bleibt jedoch hoch. Hinzu kamen im Jahr 2025 rund 50 Einsätze aufgrund ausgelöster Rauchmelder. Jeder Alarm könne ein Feuer als Ursache haben, betont Loy: „Ein funktionierender Rauchmelder kann im Ernstfall den Unterschied zwischen rechtzeitiger Flucht und einer lebensgefährlichen Situation ausmachen.“ Zudem könnten viele größere Brände jedes Jahr durch das rechtzeitige Bemerken von Entstehungsbränden verhindert werden. Das reduziere Sachschäden und rette Leben.
Der Europäische Notruftag erinnert zugleich daran, dass Hilfe überall in Europa unter derselben Nummer erreichbar ist. Im Landkreis Northeim gingen 2025 täglich durchschnittlich 214 Anrufe bei der Einsatzleitstelle ein. „Viele Menschen sind verständlicherweise beim Wählen des Notrufs aufgeregt, Angst vor der 112 braucht aber niemand zu haben. Die Disponenten fragen strukturiert alle wichtigen Informationen ab. Wichtig ist, die Fragen zu beantworten und das Gespräch nicht eigenständig zu beenden. Dadurch kann schnell geholfen werden – und Hilfe wird bereits während des laufenden Telefonats auf den Weg gebracht“, erklärt Kreisbrandschutzerzieher Jan-Eric Loy.
Foto: Konstantin Mennecke/Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit