Moringen (red). Ein stechender Geruch im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der „Hagenbergstraße“ in Moringen war Auslöser eines Einsatzes der Feuerwehr Moringen am Montagnachmittag, kurz nach 16:30 Uhr. Die Einsatzkräfte konnten den Geruch bestätigen und feststellen, dass er sich von einem Pelletbunker aus ausbreitet. Dort lösten die Messgeräte für Kohlenmonoxid der Feuerwehr sofort aus. Die Erkundung ergab, dass am vergangenen Donnerstag fünf Tonnen Pellets angeliefert wurden. Das Mehrfamilienhaus wurde daraufhin evakuiert.
Gefährliche Gase im Keller
Umgehend wurden weitere Einsatzkräfte nachgefordert, neben dem Deutschen Roten Kreuz auch die Kreisfeuerwehrbereitschaft 4 mit ihrem zweiten und dritten Zug Chemie- und Strahlenschutz sowie dem ABC-Zug. Messungen der Umweltfeuerwehr bestätigten nicht nur erhöhte Kohlenmonoxid-Werte im Keller, sondern auch sogenannte Aldehyde. Dabei handelt es sich um hochreaktive Verbindungen, von denen ein Gesundheitsrisiko ausgehen kann.
Mehrere Personen betroffen
Aufgrund der Kombination aus Kohlenmonoxid und Aldehyden wurden alle Hausbewohnerinnen und Hausbewohner sowie Einsatzkräfte, die potenziell mit den Gasen im Keller in Kontakt gekommen waren, zur Untersuchung in Krankenhäuser nach Northeim, Einbeck und Göttingen gebracht. Sechs Bewohner und drei Einsatzkräfte waren betroffen, außerdem vier weitere Personen, die sich am Wochenende in dem Gebäude aufgehalten hatten.
Einsatz bis in die Nacht
Das Technische Hilfswerk beriet vor Ort unter anderem zur möglichen Leerung des Pelletbunkers. Dieser konnte durch eine Fachfirma bis in die Nacht abgesaugt werden, die Umweltfeuerwehr überwachte die Arbeiten und führte weitere Messungen durch. Das Deutsche Rote Kreuz war mit Kräften aus Northeim und Einbeck im Einsatz, versorgte die rund 80 Einsatzkräfte, koordinierte den Transport der Patienten und stellte die medizinische Sicherheit sicher.
Da die Gase ausschließlich im Keller messbar waren, bestand keine Gefahr für die umliegende Bevölkerung.
Haus vorerst unbewohnbar
Der Einsatz endete gegen 1:30 Uhr nach rund neun Stunden. Das Gebäude ist vorübergehend unbewohnbar.
Im Einsatz waren die Feuerwehren Moringen und Lutterbeck, der Stadtbrandmeister samt Stellvertretung, die Kreisfeuerwehrbereitschaft 4, die Werkfeuerwehr Conti, das Technische Hilfswerk Northeim, das Deutsche Rote Kreuz mit Kräften aus dem Rettungsdienst sowie die Polizei.



Fotos: Konstantin Mennecke/Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit