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Montag, 16. März 2026 Mediadaten wsr.tv
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Christian Grascha, Dr. Marion Villmar-Doebeling, Ulrich Schonlau und Torge Gipp.

Northeim (red). Der FDP-Kreisverband Northeim hat kürzlich zu einer Veranstaltung zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft eingeladen. Die Veranstaltung fand im Autohaus Herrmann in Northeim statt.

Die beiden Vorsitzenden des Kreisverbandes, Dr. Marion Villmar-Doebeling und Torge Gipp, begrüßten die Anwesenden und führten in das Thema des Abends ein. Als Referenten waren Christian Grascha, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle Göttingen der IHK Hannover, sowie Kreishandwerksmeister Ulrich Schonlau eingeladen.

Wirtschaftliche Entwicklung und regionale Herausforderungen

In seinem Impulsreferat erklärte Christian Grascha, es gebe seit etwa fünf Jahren kein Wirtschaftswachstum mehr in Deutschland. Zwar prognostizierten Wirtschaftsforschungsinstitute ein geringes Wachstum für dieses und die kommenden Jahre. Dieses werde jedoch wesentlich durch staatliche Investitionen getragen und sei daher möglicherweise nicht nachhaltig. Wirtschaftswachstum müsse primär von der Privatwirtschaft ausgehen.

Grascha erklärte außerdem, weltweit wachse der Freihandel, dieser gehe jedoch bislang weitgehend an Deutschland vorbei. Auch Europa müsse stärker von Freihandelsabkommen profitieren. Zudem gingen nach seinen Angaben in Deutschland derzeit monatlich rund 10.000 Industriearbeitsplätze verloren. Dieser Trend müsse gestoppt werden.

Auch der regionale Ausbildungsmarkt entwickle sich rückläufig. Im gewerblichen Bereich liege der Rückgang bei rund elf Prozent. Das geplante Ende des Verbrennungsmotors habe nach einer Studie ebenfalls negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft im Landkreis Northeim.

Der demografische Wandel stelle ebenfalls eine Herausforderung dar. Seit 2016 habe der Landkreis Northeim rund 2.600 Einwohner verloren. In den Mittelzentren Hannoversch Münden, Duderstadt und Northeim spiele der Handel eine eher geringe Rolle, was laut Grascha eine zusätzliche Herausforderung darstelle.

Gleichzeitig verwies er auf positive Aspekte der Region. Die Nähe zu Göttingen als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort könne insbesondere für Unternehmensgründungen Chancen bieten. Göttingen habe die höchste Gründungsintensität in Niedersachsen. Davon könne auch der Landkreis Northeim profitieren. Zudem verfüge die Region über ein gutes Netzwerk nach Göttingen sowie über eine gute Verkehrsanbindung.

Mit Blick auf die Kommunalpolitik erklärte Grascha: „Wir dürfen nicht weiter an der Steuerschraube drehen. Der Göttinger Stadtrat hat eine Bettensteuer beschlossen. Das Anheben dieser Belastungsschraube für Bürgerinnen und Bürger ist nicht akzeptabel.“ Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung seien verlässliche Standortfaktoren, eine geringere Steuerbelastung und niedrigere Energiepreise notwendig.

Handwerk sieht Herausforderungen bei Bürokratie und Nachwuchs

Kreishandwerksmeister Ulrich Schonlau griff in seinem Beitrag ebenfalls steuerpolitische Fragen auf. Neue Steuern würden sich auch auf das Handwerk auswirken und könnten zusätzliche Belastungen für Betriebe darstellen.

Zugleich äußerte Schonlau Kritik an der Entwicklung im Ausbildungsbereich. Grundkompetenzen bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern seien aus seiner Sicht zunehmend schwächer ausgeprägt. Eine solide Schulbildung sei jedoch Voraussetzung für handwerkliche Ausbildung. An die Politik gerichtet sagte er: „Irgendetwas stimmt an unserem Schulsystem nicht.“

Auch bürokratische Anforderungen stellten viele Betriebe vor große Herausforderungen. Um zwei Aufträge zu erhalten, müssten teilweise rund 50 schriftliche Angebote erstellt werden. Zudem müsse sich ein Mitarbeiter etwa einen Tag im Monat ausschließlich mit bürokratischen Vorgaben beschäftigen.

Besonders kritisch sehe er das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz. Kleine Betriebe könnten die damit verbundenen Anforderungen kaum erfüllen.

Gleichzeitig verwies Schonlau auf positive Entwicklungen im Handwerk. Vor allem die Elektro-, Heizungs- und Sanitärbranche entwickle sich wirtschaftlich gut und sei stark von Innovation geprägt. In diesen Bereichen steige auch der Anteil von Frauen unter den Beschäftigten. Abschließend betonte er: „Handwerk macht glücklich. Genau das müssen wir den jungen Menschen näherbringen.“

Foto: FDP-Kreisverband Northeim

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