Einbeck (awin). Am "Sülbecksweg" wächst das neue Zuhause des THW-Ortsverbandes Einbeck sichtbar in die Höhe. Der Rohbau steht, die künftige Fahrzeughalle ist bereits zu erkennen. Beim Rundgang über die Baustelle wurde deutlich, wie groß der Schritt für die Ehrenamtlichen wird.
Bei einem Baustellenbesuch am Dienstag, 16. Juni, informierte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt über den Fortschritt des Neubaus. Begleitet wurde sie vom Landtagsabgeordneten René Kopka und vom SPD-Landratskandidaten Simon Hartmann.
„Es ist beeindruckend, wie weit der Bau hier mittlerweile fortgeschritten ist“, sagte Heiligenstadt beim Rundgang über das Gelände. Das Tempo fällt auf: Der Rohbau nahm nach Angaben vor Ort nur fünf Wochen in Anspruch. Möglich wird das durch eine serielle und modulare Bauweise, bei der viele Elemente vorbereitet und auf der Baustelle zügig zusammengesetzt werden.
Einbeck gehört zu den ersten geförderten Standorten
Der Neubau in Einbeck zählt nach Angaben Heiligenstadts zu den ersten 30 THW-Baustellen, die über den Bundeshaushalt gefördert werden. Zehn dieser ersten Projekte liegen demnach in Niedersachsen und Bremen. Inzwischen hätten bundesweit 140 weitere Gebäude eine Förderzusage erhalten. Für Heiligenstadt zeigt das Programm, dass der Bund die Ortsverbände des THW langfristig besser aufstellen wolle.
Für den Einbecker Ortsverband ist der Neubau mehr als ein Ortswechsel. Die bisherige Unterkunft wird seit Jahrzehnten genutzt und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Fahrzeuge sind größer geworden, Aufgaben umfangreicher, Abläufe komplexer. Auch für Ausbildung, Jugendarbeit, Einsatznachbereitung und die Unterbringung von Material braucht das THW mehr Platz und bessere Bedingungen.
Mehr Platz für Einsatz, Ausbildung und Gemeinschaft
Geplant ist ein barrierefreies OV-Gebäude mit zwei Etagen und rund 720 Quadratmetern Nutzfläche. Dort sollen unter anderem Unterrichtsräume, Bereiche für die THW-Jugend, Räume für Führung und Funk, Umkleiden, Sanitärräume, Lager- und Funktionsflächen sowie eine Küche entstehen. Die Fahrzeughalle soll rund 550 Quadratmeter umfassen und Platz für neun Einsatzfahrzeuge sowie zusätzliches Material bieten. Auch das Außengelände wird künftig für Ausbildung, Übungen, Rangieren und Versickerungsflächen genutzt.
Der Bedarf ist groß. Im THW-Ortsverband Einbeck engagieren sich 53 ehrenamtliche Einsatzkräfte sowie 16 Kinder und Jugendliche. Die Helferinnen und Helfer sind unter anderem bei Hochwasser, Stromversorgung, Logistik, Gebäudesicherung sowie beim Retten und Bergen von Menschen gefordert. Dafür braucht es Standorte, an denen Ausbildung, Material, Fahrzeuge und Einsatzabläufe zusammenpassen.
Lob für die Vorbereitung des Ehrenamts
Den Bau in Einbeck übernimmt die Firma Goldbeck aus Kassel. Das Unternehmen errichtet parallel weitere THW-Standorte, unter anderem in Eschwege, und bringt entsprechende Erfahrung in die Projekte ein. Fertiggestellt werden soll der Neubau in Einbeck Anfang 2027.
Besonderes Lob gab es bei der Besichtigung für die Ortsbeauftragte Nina Zettel und ihr Team. Goldbeck-Projektleiter Torsten Schwedhelm hob hervor, wie gründlich der Ortsverband die Planungen im Vorfeld begleitet habe: „Ein großes Lob für das Ehrenamt. Eine so gute Vorbereitung, wie sie hier im Vorfeld des Baus getroffen worden ist, habe ich noch nirgendwo anders erlebt.“
Beim Rundgang ging es deshalb nicht nur um Baufortschritt, sondern auch um die Frage, was moderne Standorte für den Bevölkerungsschutz vor Ort leisten können. Heiligenstadt machte deutlich, dass der Bund mit dem THW-Bauprogramm die Ortsverbände stärken wolle. Hartmann verwies darauf, dass eine moderne THW-Unterkunft nicht nur dem Ortsverband selbst helfe, sondern auch die Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen vor Ort stärke. Kopka sah in der schnellen Bauweise zudem ein Beispiel dafür, wie standardisierte Lösungen auch bei anderen öffentlichen Bauvorhaben helfen könnten.
Beim Blick über das Gelände wurde deutlich: Am "Sülbecksweg" entsteht nicht einfach ein neues Gebäude. Für die Einbecker THW-Kräfte wächst dort ein Standort, der ihrer Arbeit mehr Raum, mehr Sicherheit und mehr Wertschätzung geben soll.




Fotos: awin