Northeim (lpd). Viele Menschen möchten trotz Hilfebedarf möglichst selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben. Dies gilt sowohl für ältere als auch für jüngere Personen mit Teilhabeeinschränkungen. Welche Rolle dabei technische oder auch nicht technische Hilfsmittel spielen können, um den Menschen den Alltag zu erleichtern, darum ging es bei der Informationsveranstaltung „Mit Lebensqualität älter werden – Technik und Wohnen“. Zu der gut besuchten Veranstaltung am 10. September hat der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen (SPN) eingeladen.

Kleine Technik, große Hilfe

Der zertifizierte Wohnberater Thomas Schatz (TECLA e.V., Wernigerode) hat technische als auch nichttechnische Hilfsmittel zum Zeigen und selbst ausprobieren mitgebracht. In seinem Vortrag mit dem Titel „Kleine Technik, große Hilfen“ hat er dann demonstriert, wie die einzelnen Geräte funktionieren, Informationen zu Preisen und Hilfsmittelnummern gegeben und die Vorstellung der Geräte jeweils mit einem kurzen Erfahrungsbericht abgerundet.

Technische Highlights waren zum Beispiel ein Fotoalbum für Demenzerkrankte, in dem für jedes Foto ein selbst gesprochener Text abgespielt werden kann. Außerdem vorgestellt worden ist ein Tablettenspender, der durch Ton- und Lichtsignale an die Einnahme der Medikamente erinnert. Auch eine Sprachassistenz wurde bei der Inforationsveranstaltung vorgestellt. Doch nicht nur Hilfen mit komplexen technischen Bestandteilen können im Alltag eine große Unterstützung bieten. So stellte der Referent zum Beispiel Teller und Besteck für Personen mit eingeschränkter Feinmotorik vor, Lampen für Rollatoren, Hüte oder Gehstöcke, oder auch eine Pinzette, an die Lupe und Licht direkt angebaut sind.

Hilfsmittel selber testen

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Anwesenden die Produkte selbst in die Hand nehmen und ausprobieren sowie ihre Fragen an den Wohnberater und an die Beraterinnen des SPNs stellen. Einige der Besucher*innen haben zudem die Möglichkeit wahrgenommen, sich einen ersten Eindruck vom online verfügbaren 360-Grad Rundgang einer barrierearmen Musterwohnung in Wernigerode zu verschaffen.

Abschließend informierte Lisa Natalie Kutschmann vom SPN über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten von Hilfsmitteln und das Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und ging auf das in Zeiten von Digitalisierung immer relevanter werdende Thema Datenschutz im Zusammenhang mit den vorgestellten technischen Hilfsmitteln ein.

Über den Senioren- und Pflegestützpunkt:

Bereits seit dem Frühjahr 2010 berät und unterstützt der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Northeim alle Ratsuchenden rund um das Thema Pflege, unabhängig davon, wie jung oder alt die betroffene Person ist. Damals noch als reiner Pflegestützpunkt gegründet, wurde 2014 das Beratungsangebot um sämtliche Senior*innenenthemen erweitert und der Name auf Senioren- und Pflegestützpunkt (SPN) geändert.

An den SPN kann sich jede und jeder wenden, der oder die Fragen rund um das Thema Pflege bzw. Pflegebedürftigkeit hat. Auch ist der SPN Ansprechpartner für alle Fragen der Lebens- und Alltagsbewältigung von Seniorinnen und Senioren. Dabei ist in allen Fällen die Beratung individuell, neutral und kostenlos. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie kann die Beratung des SPN ein wertvoller Baustein sein, um schwierige Lebens- und Pflegesituationen zu meistern, indem u.a. Möglichkeiten der Versorgung und auch evtl. Leistungsansprüche aufgezeigt werden.

Die Mitarbeiterinnen des Senioren- und Pflegestützpunktes sind in Bad Gandersheim, Northeim, Einbeck und Uslar vertreten. Termine vor Ort werden ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten.

Foto: lpd