Northeim (red). „Reichserntedankfeste“ waren ab 1933 ein zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Propaganda. Als gewaltige Massenveranstaltungen mit bis zu einer Million Besuchenden (1937) fanden sie am Bückeberg bei Hameln statt. Heute dient das Gelände als gestalteter Dokumentations- und Lernort zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Propaganda. Leiter Jan Waitzmann hält am Mittwoch, 9. April, um 18 Uhr in der Kreisvolkshochschule (Raum 0.05), Wallstraße 40, in Northeim einen Vortrag zu diesem Thema.
Ziel dieser sogenannten Reichserntedankfeste war es, die NS-Ideologie von „Blut und Boden“ zu verbreiten und die Bevölkerung ideologisch zu beeinflussen. Die Feierlichkeiten reihten sich ein in die großen Inszenierungen wie die NS-Reichsparteitage in Nürnberg und die Maifeiern des Regimes.
Doch die Instrumentalisierung traditioneller Feste geschah nicht nur im großen Maßstab: Auch in kleineren Städten, etwa in Einbeck mit dem Nachbarschaftsfest von 1936, wurden Veranstaltungen für die nationalsozialistische Ideologie umgedeutet. Durch aufwendige Inszenierungen blieben sie vielen Teilnehmenden lange in positiver Erinnerung.
Interessierte können sich bis zum 2. April telefonisch unter 05551/7088210 einen Platz reservieren. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro.