Wahmbeck (red). Die Weserfähre Wahmbeck ist zurück auf dem Wasser: Seit Mitte März befördert das traditionsreiche Verkehrsmittel wieder bis zum 31. Oktober Fahrgäste über die Weser – völlig emissionsfrei. Um den Betrieb weiterhin sicherzustellen, erhöht der Landkreis Northeim seinen jährlichen Zuschuss zum Betriebskostendefizit auf 20.000 Euro. Das hat der Kreistag im Dezember beschlossen. Zuvor lag die Unterstützung bei 18.000 Euro.
Die Fähre Wahmbeck, Baujahr 1937, wird seit 1976 vom Flecken Bodenfelde betrieben und stellt eine wichtige Verbindung zwischen Niedersachsen und Hessen her. Sie verbindet das rechte Weserufer bei Wahmbeck mit dem linken Ufer an der Bundesstraße 80. Montags bis freitags ist sie von 8 bis 18 Uhr im Einsatz, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr – mit einer einstündigen Mittagspause ab 12.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter oder extremen Wasserständen pausiert der Betrieb.
Besonders bemerkenswert: Die Fähre fährt vollständig CO₂-frei. Als sogenannte Gierseilfähre nutzt sie allein die Strömung der Weser und die Muskelkraft des Fährmanns Holger Zufuß zur Fortbewegung. Über zwei Seile, die an einem Drahtseil befestigt sind, lässt sich durch kurbeln der Winkel zur Strömung verändern – so wird das Fahrzeug sanft über den Fluss geführt.
Neben ihrer Funktion als Verkehrsverbindung besitzt die Fähre auch eine hohe touristische und kulturelle Bedeutung. Sie ist wichtiger Bestandteil des Weserradwegs und des Radwegs Deutsche Einheit und zieht jährlich viele Ausflügler an – nicht zuletzt wegen ihres nostalgischen Charmes. Frank Mordmüller von der Gemeindeverwaltung Bodenfelde bestätigt: „Sie hat für den Tourismus eine große Bedeutung.“
Die Fahrpreise sind moderat: Eine einfache Überfahrt kostet für Erwachsene ab 11 Jahren einen Euro, für Pkw 2,50 Euro, für Fahrräder 50 Cent. Auch Kühe, Pferde und Handwagen werden befördert. Insgesamt zählt der Flecken Bodenfelde etwa 10.000 Fahrgäste pro Saison. Da die Einnahmen allein die Betriebskosten nicht decken, bleibt der Zuschuss des Landkreises ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Verbindung.
Foto: Landkreis Northeim