Volpriehausen (red). Der Heimatverein Volpriehausen lädt am 6. Februar 2026 um 19 Uhr zu einem Vortrag über die Geschichte der Glashütte Buder in das evangelische Gemeindehaus in Uslar-Volpriehausen ein. Im Mittelpunkt des Abends steht eine umfangreiche Dokumentation über ein prägendes Kapitel regionaler Industriegeschichte.
Fast vier Jahrzehnte nach der Schließung der Glashütte präsentiert Friedel Baumer, der selbst 15 Jahre als Ziseleur in dem Unternehmen tätig war, eindrucksvolle Einblicke in die Arbeitswelt und Entwicklung des Betriebs.
Vom Munitionslager zum Wirtschaftsfaktor
Die Geschichte der Glashütte Buder ist eng mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Im Jahr 1949 entschied sich Firmengründer Ernst Buder für Volpriehausen als Standort. Ausschlaggebend waren die massiven Gebäude der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt sowie der direkte Gleisanschluss an die Strecke Northeim–Ottbergen, der den Transport von Rohstoffen und Bleikristall erleichterte.
In den folgenden 37 Jahren entwickelte sich die Glashütte zu einem wichtigen Arbeitgeber der Region. Zeitweise bot das Unternehmen fast 300 Menschen Arbeit und trug maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung in Volpriehausen bei. Fachkräfte aus anderen Regionen fanden hier eine neue Heimat.
Einblicke in harte Arbeitsrealität
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen historische Filmaufnahmen, darunter einzigartige Super-8-Schmalfilme. Sie dokumentieren die enorme körperliche Belastung der Beschäftigten, etwa beim Austausch verschlissener Schmelzhäfen. Die Besucherinnen und Besucher begleiten den Weg des Glases von der glühenden Masse über die Veredelung in der Schleiferei hin zum Versand.
Auch die Schattenseiten der Industriegeschichte werden thematisiert. Dazu zählen Umweltbelastungen, die Schließung der Glashütte im Jahr 1986 sowie der spätere Abriss der Gebäude bis hin zur Sprengung des Schornsteins im Jahr 2005.
Geschichte zum Anfassen
Ergänzt wird der Vortrag durch eine Ausstellung mit zahlreichen Original-Exponaten. Gezeigt werden historische Arbeitsgeräte und Werkzeuge, Holzblas- und Pressformen sowie Original-Dokumente aus der Betriebszeit. Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen zudem für Gespräche zur Verfügung. Für Essen und Trinken ist gesorgt.
Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende für den Erhalt des Kalibergbau-Museums Volpriehausen gebeten.
Weitere Auskünfte erteilt die Touristik-Information Uslar telefonisch unter 05571 307220 oder per E-Mail an
Foto: Heimatverein Volpriehausen