Dassel (red). Das Orgelfestival Vox Organi erhält auch im Jahr 2026 keine Förderung durch den Landschaftsverband Südniedersachsen. Wie die Gesellschaft zur Förderung der Orgelmusik e.V. mitteilt, habe der Verband – wie bereits im Vorjahr – entschieden, das Festival nicht mehr finanziell zu unterstützen. Bis einschließlich 2024 war der Landschaftsverband der größte Förderer des Projekts.
Während Friedhelm Flamme zu Jahresbeginn als ausübender Musiker die Nachricht über seine Nominierung für den Deutschen Schallplattenpreis erhielt, habe er als Festivalleiter erneut eine Absage hinnehmen müssen. Als Begründung für die ausbleibende Förderung sei ihm nahegelegt worden, höhere Besucherspenden einzuwerben. Zum Vergleich werde dabei das Weserbergland-Festival herangezogen, bei dem die Spendenbereitschaft der Konzertbesucher höher liege.
Kritik an Förderpraxis
„Beim Landschaftsverband fallen wir unter den Radar“, erklärt Friedhelm Flamme in einer Stellungnahme der Gesellschaft zur Förderung der Orgelmusik e.V. Er kritisiert insbesondere den aus seiner Sicht rein zahlenbasierten Vergleich: „Einfach nur in Form von Zahlen und ohne Berücksichtigung von Zielgruppen und regionalen Einkommensverhältnissen einen aus meiner Sicht nicht haltbaren Vergleich zu konstruieren, wirkt, bei allem Respekt, auf mich wie das pauschale Abwickeln eines absolut förderungswürdigen Kulturprojekts.“
Dabei verweist Flamme auf die überregionale und internationale Strahlkraft des Festivals. Für 2026 habe erstmals eine international anerkannte Künstlerin aus den USA ihre Teilnahme zugesagt. Der Kontakt sei dabei von der Musikerin selbst ausgegangen, die Interesse an einem Konzert im Rahmen von Vox Organi bekundet habe.
Sorge um Entwicklung der Hochkultur
Die Gesellschaft zur Förderung der Orgelmusik e.V. sieht die Entscheidung zudem in einem größeren kulturpolitischen Zusammenhang. „Wir verzeichnen einen beängstigenden Trend zur Popularisierung der Hochkultur“, so Flamme. Gefördert würden zunehmend Projekte mit bekannten Namen, spektakulären Formaten oder hohem Popularmusikanteil, während anspruchsvolle, regional verankerte Kulturarbeit ins Hintertreffen gerate.
Unterstützung sieht der Förderverein in einem aktuellen Positionspapier des Deutschen Musikrates, der erst vor wenigen Tagen die Sicherung der Kirchenmusik in Deutschland gefordert hatte. Darin heißt es unter anderem: „Die Kirchenmusik ist eine wichtige Ressource für die Kultur unseres Landes. Besonders im ländlichen Raum ist sie oft der einzige kulturelle Begegnungsort.“
Selbstverständnis von Vox Organi
„Dem kann man nur vollumfänglich zustimmen“, erklärt Flamme im Namen des Fördervereins. Vox Organi sei genau in diesem Geist konzipiert worden. Ziel des Festivals sei es, Orgel- und Kirchenmusik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und zugleich auf die kulturelle Bedeutung der Sakralräume in der Region aufmerksam zu machen. Diese Kirchen seien ausnahmslos bedeutende Kulturschätze, die weit über die Region hinaus wirkten.
Wer das Festival Vox Organi und dessen Anliegen unterstützen möchte, kann dies über den Förderverein tun. Spenden sind steuerlich absetzbar. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.voxorgani.org zu finden.
Vox Organi 2026 beginnt am Sonntag, 19. April 2026, um 18 Uhr in der Kulturkirche Fredelsloh.
Wer das Festival Vox Organi und sein Anliegen unterstützen möchte, kann das über die Kontaktadresse seines
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„Unter den Radar gefallen“: Vox Organi kämpft weiter um Förderung für Kirchenmusik-Festival
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Fördervereins tun:
Gesellschaft zur Förderung der Orgelmusik e.V.,
Beethovenstr. 9
37586 Dassel
IBAN DE22 2625 0001 0172 2639 31
BIC NOLADE21NOM
Spenden sind steuerlich absetzbar, alle Informationen gibt es auch im Internet unter www.voxorgani.org.
Foto: Friedhelm Flamme