Einbeck (awin). Am Donnerstagabend, 19. März, haben die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Einbeck und die Stadt Einbeck zu einem Informationsabend in die Neustädter Kirche eingeladen. Im Mittelpunkt standen verschiedene Nutzungskonzepte für die künftige Entwicklung der Neustädter Kirche mit Pfarrheim und dem zugehörigen Gelände. Vorgestellt wurden zwölf Entwürfe, die von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim-Holzminden-Göttingen (HAWK) erarbeitet worden waren. Der Abend zeigte mögliche Perspektiven für das Areal auf, machte im Anschluss aber auch Sorgen und Bedenken aus der Nachbarschaft deutlich.
Eigentümerin des Grundstücks am „Sülbecksweg“ mit der Neustädter Kirche St. Marien und dem ehemaligen Pfarrhaus ist die Kirchengemeinde Einbeck. Der Standort wird von der Kirchengemeinde derzeit nur noch wenig genutzt. Das Pfarrhaus ist hingegen an den Kirchenkreisjugenddienst des Kirchenkreises Leine-Solling vermietet, der punktuell auch die Kirche nutzt.
Ausgangspunkt für die studentischen Arbeiten war unter anderem die Frage, ob sich auf dem Gelände zwei Kindergärten – ein staatlicher und ein kirchlicher – realisieren ließen. Diese mögliche Nutzung bildete eine zentrale Grundlage mehrerer Entwürfe und stellte die Verbindung zwischen Kirchenareal und künftiger Bildungsinfrastruktur her.
Studierende entwickeln zwölf Ideen für das Gelände
Stephanie von Lingen, Superintendentin des Kirchenkreises Leine-Solling, moderierte die Veranstaltung. Die HAWK-Lehrenden Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz, Architektin, und Sebastian Rommel M.A., Architekt, erläuterten zunächst die Aufgabenstellung und das Vorgehen der Studierenden. Im Mittelpunkt standen das Bauen im Bestand, die Anforderungen der Denkmalpflege und die Frage, wie die Kirche langfristig genutzt werden kann.
Professorin Franz unterstrich unverändert: „Die Kirche soll ein Ort der Gemeinschaft bleiben.“ Es wurde der Bestand mit den Baulasten geprüft, die Substanz vor Ort gesichtet, Raum- und Flächenprogramme erstellt und anhand von Film und Fotos Visionen geschaffen. Zudem beschäftigten sich die Studenten und Studentinnen mit Kita-Pädagogik und Kirchen-Reformation, um die Räume bestmöglich zu gestalten bzw. zu erhalten.
Die zwölf Konzepte wurden an den Kirchenwänden ausgehängt. Zehn davon wurden zusätzlich auf der Bühne mit Projektor vorgestellt, da sich zwei Studierende derzeit im Auslandsstudium befinden. Rund 80 Besucherinnen und Besucher verfolgten die etwa anderthalbstündige Präsentation, in der sehr unterschiedliche Ideen für die künftige Nutzung des Geländes veranschaulicht wurden.

Lob für die Entwürfe, aber auch Sorgen aus der Nachbarschaft
Im Anschluss standen die Studierenden sowie Professorin Franz und Sebastian Rommel für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Für die Arbeiten gab es viel Anerkennung. Vor allem die Bandbreite der Ansätze und die unterschiedlichen Ausarbeitungen stießen auf positive Resonanz.
Gleichzeitig wurden auch kritische Punkte angesprochen. Von Lingen hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass es sich zunächst um eine Machbarkeitsstudie handelt. Dennoch äußerten Anwohner Sorgen über mögliche Auswirkungen zweier Kindergärten mit insgesamt 200 Kindern auf die Wohnqualität. Dabei ging es insbesondere um Lärm sowie die Parkplatzsituation beim Bringen und Abholen. Zudem wurde die Frage gestellt, wie ein solches Projekt angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Einbeck finanziert werden könnte.
Von Lingen verwies erneut darauf, dass die vorgestellten Konzepte zunächst Ideen seien. Zugleich machte sie deutlich, dass angesichts der sanierungsbedürftigen Kindertagesstätten in Einbeck grundsätzlich geprüft werden müsse, ob Neubauten langfristig sinnvoller sein könnten als fortlaufende Investitionen in bestehende Einrichtungen.
Der Informationsabend zeigte damit sowohl die gestalterischen Möglichkeiten als auch die offenen Fragen rund um die künftige Nutzung des Areals. Mitte April soll ein Ausschuss darüber entscheiden, welches Konzept für eine mögliche Weiterverfolgung in Betracht kommt.
Fotos: awin