Salzderhelden (red). Der Polder I des Hochwasserrückhaltbeckens zwischen „Salzderhelden“ und „Sülbeck“ ist in diesem Frühjahr großflächig mit flachem Wasser bedeckt und bietet damit ideale Bedingungen für zahlreiche Wasser- und Wiesenvögel. Naturinteressierte haben derzeit die Möglichkeit, viele verschiedene Arten in großer Zahl zu beobachten.
Lebensraum für seltene und typische Vogelarten
Auch verschiedene Entenarten haben sich im Gebiet eingefunden. Während die männlichen Tiere mit ihrem auffälligen, bunten Gefieder leicht zu erkennen sind, lassen sich die weiblichen Enten vieler Arten aufgrund ihres überwiegend braungescheckten Erscheinungsbildes nur schwer unterscheiden. Die weibliche Spießente hebt sich durch ihren vergleichsweise langen Hals sowie den spitz zulaufenden Schwanz etwas hervor.
Der Erpel ist dagegen markant gefärbt und gut zu erkennen. Er trägt ein weißes Halsband, schokoladenbraunes Kopfgefieder und auf dem grau-schwarzen Rücken spitz zulaufende schwarz-weiße Federn. Charakteristisch ist zudem die bis zu 10 Zentimeter lange Steuerfeder während der Brutzeit, die der Art ihren Namen gegeben haben dürfte. Vereinzelt wird sie auch als Fasanenente bezeichnet. Auffällig ist zudem der graue Schnabel mit dunklem Rand.
Verhalten und Lebensweise der Spießente
Spießenten erreichen etwa die Größe von Stockenten und zählen wie diese zu den Schwimmenten. Sie gründeln im flachen Wasser nach Pflanzen und suchen auch an Land nach Nahrung wie Insektenlarven, kleinen Schnecken, Samen oder frischen Knospen.
Die Paarbindung besteht in der Regel nur für eine Saison. In Deutschland brüten Spießenten vergleichsweise selten, bislang wurden nur wenige Brutpaare nachgewiesen. Einzelne Bruten kommen an der schleswig-holsteinischen Westküste vor, während die Hauptbrutgebiete in den nördlichen Regionen Skandinaviens und Asiens liegen.
Neben den typischen Entenrufen des Weibchens gibt der Erpel ein tiefes Pfeifen von sich, gilt jedoch insgesamt als eher wenig ruffreudig. Ab Mitte April legen die Weibchen in geschützten Uferbereichen Nester an, in denen sieben bis elf Eier abgelegt werden.
Bedeutung des Leinepolders für Zugvögel
Zum Überwintern ziehen Spießenten in wärmere Regionen Westeuropas oder nach Afrika. In Deutschland gelten sie als regelmäßige Gastvögel und sind neben Küstenbereichen auch an Teichen, Altarmen von Flüssen sowie Moorflächen anzutreffen.
Bevorzugt halten sie sich in flachen Binnengewässern mit Sandbänken und Uferzonen auf. Die Bedingungen im Leinepolder bieten daher einen idealen Lebensraum für diese Art.
Rücksichtnahme im sensiblen Naturraum
Wer den Leinepolder besucht, erlebt einen vielfältigen Lebensraum mit hoher Artenvielfalt. Damit diese sensible Natur erhalten bleibt, wird darum gebeten, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen und Hunde anzuleinen. So können Störungen der Tiere vermieden werden.
Die Naturscouts Leinetal laden Interessierte ein, die Landschaft näher kennenzulernen. Bei geführten Exkursionen werden Beobachtungspunkte vorgestellt und Informationen zu den vorkommenden Vogelarten vermittelt. Weitere Informationen sind unter https://www.naturscouts-leinetal.de abrufbar.
Foto: Andreas Ständer