Einbeck (red). Mitte März führte der Einbecker Fischereiverein seinen traditionellen Frühjahrsputz an den Gewässern im Stadtgebiet durch. Die noch spärliche Vegetation erlaubt es zu dieser Jahreszeit, besonders effektiv zu sammeln, da vieles noch nicht vom Grün verdeckt ist. Mit einer erneuten Rekordbeteiligung von mehr als fünfzig motivierten Helferinnen und Helfern aus dem Kreis der Mitglieder kamen in nicht einmal vier Stunden zwei Pritschenladungen Müll zusammen.
Man traf sich um 8 Uhr zunächst am Vereinsgelände und organisierte sich in Kleingruppen. Gesammelt wurde anschließend am Mühlenkanal und entlang der Ilme, außerdem am Krummen Wasser sowie an den Teichen am Bäckerwall und Krähengraben.
Rücksicht auf Natur und Fischbestände
Da ein Großteil der heimischen Fischarten im Frühjahr für Nachwuchs sorgt, wurden die Gewässerbetten nur in Ausnahmefällen betreten, um die spärlichen Laichplätze für die wenigen noch vorhandenen laichreifen Fische bestmöglich zu schonen. Dies ist derzeit besonders wichtig. Nach einem massiven Kormoraneinflug auf die eisfreien Fließgewässer während der Kältephase im Januar und Februar ist die Fischbiomasse in der Ilme und im Krummen Wasser auf ein Minimum reduziert. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt und wurden mittlerweile durch Elektrobefischungen sowie umfangreiche Sichtbeobachtungen auch unter Wasser belegt. Fische mit mehr als zehn bis fünfzehn Zentimeter Körperlänge sind praktisch nicht mehr vorhanden – besonders gravierend ist der offensichtliche Verlust eines der wenigen noch intakten Bestände der Äsche in Deutschland.
Große Müllmengen gesammelt
Neben der üblichen Mischung aus Plastikverpackungen, Folien, Glasflaschen, Metallschrott, Autoreifen und gefüllten Hundekotbeuteln wurden auch zahlreiche gestapelte Eimer, drei mehr oder weniger verkehrssichere Fahrräder sowie eine Matratze und weiterer Sperrmüll geborgen. Die Aktion zeigt deutlich, dass achtlos entsorgter Müll weiterhin eine erhebliche Belastung für Umwelt und Gesellschaft darstellt.
Appell an die Bevölkerung
Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Scherben, Metallteile und anderer Unrat bergen Verletzungsrisiken, während herumliegender Müll hygienische Probleme verursachen und die Aufenthaltsqualität mindern kann. Zudem entstehen langfristige Schäden: Plastik zerfällt zu Mikroplastik und gelangt in die Nahrungskette, Schadstoffe können Böden und Gewässer dauerhaft belasten.
Mit den regelmäßigen Sammelaktionen setzt der Fischereiverein ein klares Zeichen gegen Umweltverschmutzung und für mehr Verantwortungsbewusstsein im öffentlichen Raum. Gleichzeitig appellieren die Beteiligten an alle Bürgerinnen und Bürger, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und Rücksicht auf Natur und Mitmenschen zu nehmen.
Weitere Informationen zum Fischereiverein Einbeck e. V. gibt es online unter www.fischereiverein-einbeck.de sowie auf dem Instagram-Profil @einbeckerangler.

Fotos: Fischereiverein Einbeck e.V.