Einbeck (awin). Vom 9. bis 11. April wurde der PS.Speicher in Einbeck erneut zum Treffpunkt junger Talente: Beim 23. Landeswettbewerb „Jugend forscht junior“ präsentierten 86 Schülerinnen und Schüler ihre Ideen und Forschungsergebnisse. In insgesamt 47 Projekten traten die Teilnehmenden, die sich zuvor in den Regionalwettbewerben Niedersachsens qualifiziert hatten, in sieben naturwissenschaftlichen Disziplinen gegeneinander an. Diese Disziplinen reichten von Arbeitswelt über Biologie und Chemie bis hin zu Physik und Technik.
Bereits im Vorfeld zeigte sich die große Bedeutung des bundesweiten Forschungswettbewerbs: Die Zahl der Anmeldungen lag in Niedersachsen bei rund 20 Prozent über dem Vorjahr. Auch im PS.Speicher stieg die Projektanzahl im Vergleich zu 42 Beiträgen im vergangenen Jahr deutlich. Besonders bemerkenswert war zudem die Altersstruktur: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden in Einbeck war zwischen 9 und 12 Jahre alt. Erlaubt ist die Teilnahme bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Die Mädchenquote lag bei 30 Prozent.
Begeisterung für Wissenschaft und Mitmachen
Mit KWS als erneutem Patenunternehmen erhielt die Veranstaltung starke Unterstützung aus der Wirtschaft. Neben der Organisation bot das Unternehmen gemeinsam mit Sartorius zahlreiche Mitmachaktionen und Experimente an. Auch das MINTMobil des Vereins Robotik e.V. Göttingen sowie der MINTmachRaum Einbeck bereicherten das Programm mit interaktiven Angeboten. Ein Spielemobil sorgte zusätzlich für Unterhaltung und machte die Veranstaltung auch für jüngere Gäste zu einem Erlebnis.
„Wir sind sehr glücklich mit der tragenden Rolle bei diesem Event. Sehr gerne bieten wir mit unserem Unternehmen den Kindern diese Bühne. Es ist erstaunlich, mit welcher Energie die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte vorantreiben und ausarbeiten. Natürlich freut es uns, wenn sich der Nachwuchs für MINT-Berufe begeistert. In der Tat trifft es zu: Kleine Menschen machen große Ideen“, so Katrin Feger, Lead of Public Affairs & Arts bei KWS.
Die Kombination aus Wettbewerb, Austausch und Mitmachangeboten verlieh der Veranstaltung eine lebendige Atmosphäre, die sowohl Teilnehmende als auch Besucher überzeugte.
Erfolgreiche Projekte aus der Region
Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb für das Gymnasium Corvinianum aus Northeim. Das Siegerteam im Fach Biologie – Ole Eildermann, Felix Breckle und Moritz Kretzschmar – überzeugte mit seiner Forschung zur Stabilität und Struktur von Spinnenfäden. Bereits im Vorjahr hatten sich die Schüler mit dem Thema beschäftigt und ihre Untersuchungen nun weiter vertieft.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wodurch die außergewöhnliche Stabilität von Spinnennetzen beeinflusst wird: durch das Protein selbst, die gezwirbelte Struktur, den Standort im Netz oder klimatische Bedingungen. „Bei einem Waldspaziergang sind wir auf die Idee gekommen. Mich hat interessiert, wie widerstandsfähig Spinnennetze sind und wie sich die Stabilität durch Umwelteinflüsse verändert. Wir haben durch verschiedene Tests festgestellt, dass ein Spinnenfaden im Durchschnitt 3,6 g hält. Außerdem sind nasse Fäden stabiler als trockene“, so Ole Eildermann.
Neben dem Siegerteam war mit Emne Aloui eine weitere Teilnehmerin aus der Region vertreten – ebenfalls vom Corvinianum. Ihr Projekt beschäftigte sich mit der Massenänderung von Gummibärchen in unterschiedlichen Flüssigkeiten. Dabei untersuchte sie, wie sich die Süßwaren in Medien wie Säften, Milch oder Coca-Cola mit verschiedenen pH-Werten verändern. „Ich will Kindern veranschaulichen, was im Magen passiert, wenn man ein Völlegefühl nach dem Verzehr von Süßigkeiten und Getränken hat“, gab die Nachwuchs-Forscherin ihre Intention an.
Engagement und Förderung als Schlüssel zum Erfolg
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der jungen Forschenden ist die intensive Betreuung. Am Gymnasium Corvinianum begleitet Anne Bernhard, Lehrerin für Mathematik und Physik, die Projekte. Sie hatte „Jugend forscht“ dort im Jahr 2023 etabliert und unterstützt die Schülerinnen und Schüler seitdem kontinuierlich.
Der erneute Erfolg beim Landeswettbewerb bestätigt dieses Engagement eindrucksvoll. „In beiden Projekten steckt wahnsinnig viel Eigenarbeit. Ich musste mich sehr wenig kümmern, die Kids waren sehr selbständig und wahnsinnig fleißig und engagiert. Wir als Schule sind sehr stolz auf das, was wir in diesem Wettbewerb Jahr für Jahr erreichen. Ein riesiges Kompliment an unsere Schülerinnen und Schüler!“, so Bernhard.
Eine rundum gelungene Veranstaltung
Der Landeswettbewerb „Jugend forscht junior“ in Einbeck zeigte eindrucksvoll, wie enorm das Interesse an Naturwissenschaften bereits im jungen Alter ist. Die hohe Beteiligung, die Qualität der Projekte und die positive Resonanz aller Beteiligten unterstreichen die Bedeutung solcher Formate für die Nachwuchsförderung.
Die Mischung aus wissenschaftlichem Wettbewerb, praxisnahen Einblicken und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm machte die Veranstaltung zu einem rundum gelungenen Ereignis – und vermittelte eindrucksvoll, welches Potenzial in der nächsten Generation von Forschenden steckt.






Fotos: awin, Florian Spieker