Einbeck (gs). Im Stukenbrok-Park ist am Freitagnachmittag eine neue Fahrradskulptur feierlich eingeweiht worden. Das Kunstwerk geht auf einen Entwurf des verstorbenen Schülers Henry Schwerdtfeger zurück und erinnert zugleich an dessen Kreativität und Verbundenheit mit seiner Heimatstadt.
Zur Begrüßung verwies Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek darauf, dass mit der Skulptur ein „ganz besonderes Kunstwerk“ im Stadtgebiet entstanden sei. Die Idee stamme aus einem Schülerwettbewerb zur Neugestaltung des Stukenbrok-Parks im Schuljahr 2018/2019. Damals waren alle 6. bis 12. Klassen der Schulen aus Einbeck und Dassel aufgerufen, eigene Vorschläge einzureichen.
Unter zahlreichen Einsendungen gewann der Entwurf „Räder“ von Henry Schwerdtfeger, der zu diesem Zeitpunkt die 9. Klasse der Goetheschule besuchte. Seine Zeichnung zeigte drei kreisförmig miteinander verbundene Fahrräder – passend zum historischen Bezug des Parks und zum Namen August Stukenbrok, dem bekannten Einbecker Fahrradpionier.
Aufwendige Umsetzung über mehrere Jahre
Ein erster Prototyp wurde bereits 2020 aus Fundfahrrädern gefertigt und später im Innenhof des Einbecker Stadtmuseums aufgestellt. Da diese Version jedoch bewegliche Teile enthielt und damit ein Sicherheitsrisiko darstellte, entschied sich die Stadt für eine professionelle Umsetzung.
Mit der Realisierung wurde der Künstler Dirk Höller aus Bad Essen beauftragt. Entstanden ist eine rund fünf Meter hohe Skulptur aus patiniertem Stahl und Edelstahl. Das Werk ruht auf einem zylinderförmigen Sockel mit Betonkern.
Ermöglicht wurde das Projekt durch mehrere Förderer und private Spenderinnen und Spender. Genannt wurden unter anderem die Walter-und-Waltraut-Schmalzried-Stiftung in der Bürgerstiftung Einbeck, die AKB-Stiftung sowie weitere Unterstützende aus der Region.
Erinnerung an einen jungen Menschen
Überschattet wurde die Entstehungsgeschichte durch den Tod Henry Schwerdtfegers, der 2021 bei einem Unfall ums Leben kam. In der Ansprache wurde daran erinnert, dass die Skulptur deshalb weit mehr sei als ein weiteres Kunstobjekt im öffentlichen Raum. Sie stehe auch als tägliche Erinnerung an einen kreativen jungen Menschen, der seine Talente nicht weiter entfalten konnte.
Bewegende Worte des Bruders
Besonders emotional wurde es bei der Rede von Henrys Bruder Viktor Schwerdtfeger. Er erinnerte an die letzten Worte, die er seinem Bruder sagen konnte: „Henry, ich bin sehr stolz auf dich.“ Diesen Satz stellte er in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Er sprach von Stolz auf die Idee seines Bruders, auf die Symbolkraft des Fahrrads für Einbeck und auf das, was von Henry bleibe.
Die Skulptur verbinde Vergangenheit und Zukunft, sagte Schwerdtfeger. Sie stehe für die Geschichte Einbecks als Fahrradstadt, aber auch für Bewegung, Entwicklung und Erinnerung. Zugleich sprach er offen über die langen Jahre bis zur Fertigstellung und über Schwierigkeiten im Verlauf des Projekts. Dennoch überwog am Ende der Dank an alle Beteiligten, Förderer und Unterstützenden.
Dauerhafter Platz im Stadtbild
Mit der Einweihung hat der Stukenbrok-Park nun ein weiteres markantes Kunstwerk erhalten. Für viele Besucherinnen und Besucher dürfte die Skulptur künftig ein Blickfang sein. Für Familie, Freundinnen und Freunde sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter Henry Schwerdtfegers ist sie vor allem eines: ein bleibendes Zeichen der Erinnerung.






Fotos: Gerd Stahnke