Moringen (red). Am Freitag, 8. Mai 2026, um 15:30 Uhr bietet die KZ-Gedenkstätte Moringen eine öffentliche Führung an. Im Rahmen der Führung wird auch ein aktuelles FSJ-Projekt vorgestellt: ein selbst gestalteter Objektkoffer zum Frauen-KZ.
Einblick in die Geschichte der Lager in Moringen
In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrationslager. Anfang April 1933 wurde dort eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet, in dem vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover-Göttingen inhaftiert waren. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen unter anderem aus dem politischen Widerstand sowie Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein KZ für männliche Jugendliche. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch Verfolgte waren dort SS-Terror, Zwangsarbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungsmethoden“ ausgesetzt.
Objektkoffer macht Einzelschicksale sichtbar
Im Rahmen der Führung wird die derzeitige FSJlerin Elfrieda Wiese ihr Projekt vorstellen und zugänglich machen. Der Objektkoffer enthält selbst angefertigte Reproduktionen von Gegenständen, die im Frauen-KZ Moringen entstanden sind, etwa gehäkelte Handarbeiten oder ein Schachspiel aus Pappe. Die Objekte erzählen vom Schicksal der inhaftierten Frauen und den Bedingungen ihres Haftalltags.
Die detailreichen Reproduktionen werden durch Texte und Zitate ehemaliger Häftlinge ergänzt und können bei der Führung erstmals besichtigt werden. „In meinem Projekt habe ich mich intensiv mit den verschiedenen Biografien der verfolgten Frauen beschäftigt und ihre Objekte reproduziert. Durch diese werden die Einzelschicksale im wahrsten Sinne des Wortes greifbarer gemacht und zeigen, wie die Frauen versucht haben, die Verfolgung und KZ-Haft gemeinsam zu überstehen und zu verarbeiten“, sagt Elfrieda Wiese.
Anmeldung und Teilnahme
Für die Führung ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist per E-Mail an
Foto: KZ-Gedenkstätte Moringen