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Mittwoch, 20. Mai 2026 Mediadaten wsr.tv
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Mitglieder des Vereins „Öko-Hilfe2 e.V.“, Mitarbeitende vom „Lindenhof Naturkost“, das Ehepaar Heise sowie der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim, Gert Habermann, freuen sich über das gemeinsame Projekt.

Amelsen (gs). Wo vor Kurzem noch eine ungenutzte Brachfläche lag, ist in den vergangenen Monaten auf einer Fläche von 1,5 Hektar ein beachtliches Naturparadies entstanden. Was als Idee für eine lokale Streuobstwiese begann, hat sich inzwischen zu einem vernetzten Großprojekt für den regionalen Artenschutz entwickelt.

Insgesamt 36.910 Euro wurden im Rahmen des Naturschutzprojekts Amelsen investiert, um auf der Fläche „In der Bülte“ ein komplexes und ökologisch wertvolles Ökosystem zu schaffen. Getragen wird die Initiative vom Verein „Öko-Hilfe2 e.V.“ in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbeauftragten des Landkreises Northeim, Gert Habermann, sowie dem „Lindenhof Naturkost“ Amelsen. Dessen Inhaber Detlef Heise stellt die Fläche für das Projekt zur Verfügung.

Obstbäume, Schutzhecke und Himmelsteich angelegt

Wer an eine klassische Obstwiese denkt, greift bei diesem Projekt zu kurz. Die Initiatoren haben ein Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen geschaffen. Das Herzstück bilden 120 zertifizierte Obstbäume, deren Sortenauswahl konsequent auf historische und robuste Kulturpflanzen setzt. Dazu gehören unter anderem Raritäten wie der „Geseker Klosterapfel“, die Birnensorte „Winterlorchen“ oder die Griechische Frühaprikose.

Einen hohen Stellenwert nimmt zudem der Insekten- und Vogelschutz ein. Auf einer Länge von 100 Metern und einer Breite von fünf Metern wurde eine 500 Quadratmeter große Schutzhecke angelegt. Insgesamt 1500 Sträucher wurden dort gepflanzt.

Auf Vorgabe des Landkreises Northeim wurde dabei ausschließlich zertifiziertes, gebietseigenes Pflanzgut der Region verwendet. Die Mischung aus 14 heimischen Arten – darunter Salweide, Hasel, Eingriffliger Weißdorn, Pfaffenhütchen, Hundsrose und Rote Johannisbeere – soll der Tierwelt künftig ganzjährig Nahrung und Schutz bieten.

Lebensraum für bedrohte Tierarten

Zusätzlich wurden weitere Elemente des Naturschutzes integriert. Neben Totholzstrukturen entstanden ein sogenannter Himmelsteich, der ausschließlich durch Regenwasser gespeist wird, sowie ein Steinbiotop aus Lesesteinen.

Gert Habermann, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Northeim, zeichnete für den Förderantrag verantwortlich und begleitet das Generationenprojekt fachlich. Aus Sicht des Naturschutzes sei das Konzept ein großer Erfolg. Die dichten Heckenstrukturen und die Wasserfläche böten einen dringend benötigten Lebensraum für bedrohte Vogelarten wie das Rebhuhn.

Aufgrund ihrer Größe ist die Fläche zudem dauerhaft als geschütztes Biotop nach dem „Niedersächsischen Weg“ sowie Paragraf 30 des Bundes- und Landesnaturschutzgesetzes rechtlich abgesichert.

Projekt soll Teil des Dorflebens werden

Das Projekt soll künftig fest im Dorfleben verankert werden. Sobald die Obstbäume in einigen Jahren Erträge liefern, soll das Ernten und Naschen für die Bevölkerung ausdrücklich erlaubt sein.

Damit Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Schulklassen das Areal als Lernort nutzen können, wird neben der bereits errichteten Lehrtafel in Kürze eine weitere professionelle Informationstafel aufgebaut. Diese soll unter anderem über die verschiedenen Obstsorten informieren.

Öffentliche Einweihung geplant

Die Pflanz- und Erdarbeiten auf dem Gelände sind inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Um diesen Meilenstein für den Naturschutz in Amelsen zu feiern, planen die Verantwortlichen der beteiligten Initiativen in naher Zukunft eine offizielle öffentliche Einweihungsfeier direkt auf dem Gelände.

Fotos: Alexander Traupe/Gerd Stahnke

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