Einbeck (red). Auf dem Außengelände der Jungen Linde am „Hubeweg 1“ ist derzeit eine großformatige Installation der Künstlerin Patricia Magdalene Keil-Kattowitz zu sehen. Die schwebende Arbeit aus Stoff und Farbe misst fünf mal drei Meter und setzt sich mit der Tradition des Blaudrucks sowie Fragen nach Erinnerung, Handwerk und gesellschaftlichem Wandel auseinander.
Im Blaudruckjahr 2022 begab sich die Künstlerin nach eigenen Angaben auf eine Spurensuche nach jenen Elementen, die dieses traditionsreiche Handwerk bis heute lebendig halten. Zwar bestünden Technik und Tradition fort, doch die ursprüngliche Bedeutung und der gesellschaftliche Kontext seien im Laufe der Jahrzehnte vielfach verblasst.
Installation thematisiert Verlust von Wissen
Die Gefahr bestehe darin, dass die Tradition zur bloßen Hülle werde – symbolisiert durch das „ehemalige Blaudruckkleid“, das im Mittelpunkt der Installation steht. Erst wenn Wissen verloren gehe, werde deutlich, welche Bedeutung die Hände als schöpfendes Werkzeug einst hatten und was verloren gegangen sei.
Die Arbeit greift zudem die biblische Erzählung von Josua und Kaleb auf, die eine große Weintraube aus Kanaan herbeischaffen. Diese steht sinnbildlich für Reichtum und Überfluss in einem Land, „in dem Milch und Honig fließen“.
Kunstprojekt verbindet Vergangenheit und Gegenwart
Nach Darstellung der Künstlerin zeige die Installation zugleich, wie zerbrechlich und vergänglich Wohlstand in einer modernen Überflussgesellschaft sei.
Patricia Magdalene Keil-Kattowitz arbeitet im Bereich urbaner Kunstprojekte, Illustration und weiterer künstlerischer Ausdrucksformen.
Foto: Patricia Magdalene Keil-Kattowitz