Northeim (gs). Ein halbes Jahrhundert Rockgeschichte vor eindrucksvoller Naturkulisse: Die Classic-Rock-Band Foreigner hat am Freitagabend die Waldbühne Northeim im Rahmen ihrer exklusiven 50th Anniversary Tour in ein mitreißendes Hit-Feuerwerk verwandelt. Bei trockenem Open-Air-Wetter sorgten die musikalische Leistung der Band, der starke Support von The Saint Cecilia und ein emotionaler Moment zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft für begeisterte Reaktionen auf den vollbesetzten Rängen.
Druckvoller Auftakt durch The Saint Cecilia
Schon zu Beginn spielte das Wetter mit: Entgegen mancher Befürchtungen blieb es während der gesamten Veranstaltung trocken, sodass die Besucherinnen und Besucher die besondere Atmosphäre der Waldbühne unter freiem Himmel genießen konnten. Den musikalischen Auftakt übernahm The Saint Cecilia aus Costa Rica. Die Formation überzeugte mit treibendem Sound, viel Energie und kraftvollen Rocksongs. Mit ihrer Bühnenpräsenz gelang es der Band schnell, das noch von der Abendsonne erhellte Rund für sich zu gewinnen.
Luis Maldonado überzeugt als neuer Frontmann
Nach einer kurzen Umbaupause und längerer Wartezeit betrat schließlich Foreigner die Bühne. Im Mittelpunkt stand dabei auch Luis Maldonado, der erst im vergangenen Herbst vom Leadgitarristen zum Sänger gewechselt war. Maldonado meisterte diese Rolle mit starker Stimme und präsenter Bühnenenergie. Gemeinsam mit Jeff Pilson am Bass und Michael Bluestein an den Keyboards präsentierte die Band zahlreiche Klassiker – darunter „Cold As Ice“ und „Urgent“.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Maldonado mit einer Geste passend zum offiziellen Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft: Der Sänger kehrte im Deutschland-Trikot auf die Bühne zurück. Das Publikum reagierte begeistert. Spätestens als tausende Stimmen gemeinsam den Welthit „I Want To Know What Love Is“ anstimmten, erreichte die Stimmung in der Waldbühne einen Höhepunkt.
Organisatorische Schwächen trüben den Abend
Trotz der starken musikalischen Leistung wurde der Abend für viele Besucherinnen und Besucher von organisatorischen Problemen begleitet. Rund um den Großparkplatz Mühlenanger kam es wegen des hohen Verkehrsaufkommens zeitweise zu erheblichen Verzögerungen im Shuttle-Verkehr. Die Busse steckten fest, wodurch sich die Anreise für zahlreiche Gäste deutlich verlängerte.
Auch die Sicht im unteren Rund sorgte für Kritik. Mehrere große Getränkewagen waren dort so platziert, dass sie vielen Fans den direkten Blick auf die Bühne erschwerten oder versperrten. Hinzu kam die vergleichsweise kurze Spielzeit: Nach knapp anderthalb Stunden verabschiedete sich Foreigner bereits endgültig von der Bühne. Für ein Jubiläumskonzert und angesichts der Ticketpreise empfanden viele Besucherinnen und Besucher das Set als zu knapp.
Musikalisch bot der Abend in der Waldbühne Northeim eindrucksvolle Momente des Classic Rock, große Emotionen und bestes Open-Air-Flair. Die organisatorischen Schwächen bei Shuttle-Verkehr und Sicht sowie die kurze Spielzeit hinterließen jedoch einen spürbaren Beigeschmack.
Fotos: Gerd Stahnke