Salzderhelden (red). Für große Aufmerksamkeit unter Vogelbeobachtern sorgte jetzt ein außergewöhnlicher Gast an der sogenannten Geschiebesperre im EU-Vogelschutzgebiet Leinetal bei Hollenstedt, dem Leinepolder. Dort rastete für rund 24 Stunden ein Rosapelikan – ein diesjähriger Jungvogel ohne Beringung.
Wie Thomas Spieker von den Naturscouts Leinetal berichtet, wurde der hier seltene Vogel von mehreren Beobachtern entdeckt und fotografiert. Mit seiner imposanten Größe, dem langen Schnabel und dem hellen Gefieder zog er schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einem Tag Aufenthalt setzte der Pelikan seine Reise fort und verschwand wieder aus dem Gebiet.
Seltene Erscheinung in Deutschland
Der Rosapelikan zählt zu den größten flugfähigen Vogelarten Europas. Erwachsene Tiere erreichen eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern. Ursprünglich ist die Art vor allem in Südosteuropa, Afrika und Teilen Asiens verbreitet. In Deutschland gelten Rosapelikane als äußerst seltene Gäste, tauchen aber gelegentlich auf ihrem Zug oder durch weiträumige Wanderbewegungen an geeigneten Gewässern auf.
Jungvögel erkennt man an ihrem eher grauweißlichen Gefieder und dem noch weniger kräftig gefärbten Schnabel. Dass der Vogel unberingt war, macht eine Herkunftsbestimmung schwierig.
Herkunft bleibt unklar
Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem im Leinepolder gelandeten Gast um jenes Exemplar handelt, das einige Tage zuvor im Schwalm-Eder-Kreis für Aufsehen, einen Polizeieinsatz und mediale Berichterstattung sorgte. Die Naturscouts gehen davon aus, dass der Vogel nicht aus einer Wildpopulation stammt.
Für die Vogelbeobachter im Leinetal bleibt die unerwartete Rast des Rosapelikans ein besonderes Ereignis – und eine Beobachtung, die man im Leinepolder so schnell wohl nicht wieder erleben wird.
Foto: Martin Jahn