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Samstag, 20. Juni 2026 Mediadaten wsr.tv
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Einbeck (gs). Das beliebte „Festival aufm Platz“ hat die Region Südniedersachsen erreicht: Am Freitag verwandelte sich der historische Marktplatz in Einbeck in eine stimmungsvolle Open-Air-Bühne. Das Gemeinschaftsprojekt der VGH Stiftung und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung präsentierte dem Publikum das musikalisch-literarische Programm „Zum Südpol“.

Naturerlebnis, Spannung und Melancholie

Im Mittelpunkt des rund einstündigen Programms stand eine Lesung aus dem Roman „Zugvögel“ der australischen Autorin Charlotte McConaghy. Das Werk schildert die Reise der Ornithologin Franny Stone, die den letzten Küstenseeschwalben der Erde bis in die eisigen Gewässer der Antarktis folgt.

Entstanden ist eine Geschichte voller Naturbeschreibungen, die Fragen zu Artenschutz und Nachhaltigkeit aufwirft – Themen, die auch dem diesjährigen Rezitator ein persönliches Anliegen sind.

Akustisch erlebbar gemacht wurde der Roman durch den Theater-, Kino- und Fernsehschauspieler Wanja Mues. Dem Publikum ist Mues unter anderem durch Rollen in internationalen Kinoproduktionen wie „Der Pianist“ und „Die Bourne Verschwörung“ sowie durch deutsche TV-Formate wie den „Tatort“ und „Ein Fall für zwei“ bekannt. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme verlieh er dem Überlebenskampf im ewigen Eis besondere Intensität.

Klassik, Jazz und Improvisation

Die literarische Reise wurde von Geigen- und Gitarrenklängen begleitet. Das Musikerduo Lea Brückner (Violine) und Gábor Ladányi (Gitarre) gestaltete ein Begleitprogramm zwischen Klassik, Jazz und freier Improvisation.

Brückner, die zudem Gründerin der Initiative „Music for our Planet“ ist, verbindet gemeinsam mit Ladányi klassische Virtuosität mit zeitgenössischer Jazzfreiheit und hoher Improvisationskraft.

Humorvoller Ausklang mit Tucholsky

Nach dem emotionalen Finale im ewigen Eis bewiesen die Künstler Gespür für Dramaturgie. Um das Publikum mit einem Lächeln in den Sommerabend zu verabschieden, präsentierte das Ensemble eine literarische Zugabe.

Wanja Mues leitete zu Kurt Tucholskys Gedicht „Danach“ über, das auf humorvolle Weise den Alltag und das Verblassen großer Glücksmomente thematisiert. Der gelungene Kontrast sorgte für Lachen und lang anhaltenden Applaus auf dem gut besetzten Marktplatz.

Die Veranstaltung fand vollständig unter freiem Himmel statt, war bestuhlt und dauerte etwa eine Stunde. Dank der Unterstützung der Förderer war der Eintritt frei, eine Anmeldung war nicht erforderlich.

Wer den Auftritt in Einbeck verpasst hat, erhält am Samstag, 20. Juni, um 18 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus in Uslar eine weitere Gelegenheit, das Festival live zu erleben.

Fotos: Gerd Stahnke

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