Einbeck (red). Die Einbecker Brauhaus AG hat das Geschäftsjahr 2025 in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld mit einem Jahresfehlbetrag von rund 1,7 Millionen Euro abgeschlossen. Das Ergebnis sei durch Restrukturierungskosten, Abschreibungen sowie Aufwendungen für bereits umgesetzte und noch laufende Transformationsprojekte belastet worden. Gleichzeitig habe das Unternehmen frühzeitig Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung eingeleitet und die Weichen für eine breitere, zukunftsorientierte Aufstellung gestellt.
Für 2026 rechnet der Vorstand mit einer spürbaren Verbesserung des Ergebnisses, ab 2027 soll nach aktueller Planung wieder ein positives Jahresergebnis erreicht werden.
2025 als Jahr der besonderen Herausforderungen
Das Geschäftsjahr 2025 sei für die Einbecker Brauhaus AG stark durch strategische und strukturelle Veränderungen geprägt gewesen. Der Absatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr bei den Eigenmarken um rund 8 Prozent reduziert. Einschließlich des Lohngeschäfts, also der Produktion und Abfüllung für Dritte, habe der Rückgang in Summe bei rund 8,6 Prozent gelegen.
„2025 war für uns kein einfaches Jahr, aber es war ein wichtiges Jahr“, wird Marc Kerger, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG, zitiert. „Wir haben uns den Herausforderungen des Marktes gestellt und notwendige Entscheidungen getroffen, die kurzfristig belastend, langfristig aber richtig sind. Die Branche verändert sich tiefgreifend, und genau deshalb braucht es jetzt Mut, Konsequenz und Beweglichkeit. Einbecker hat all das. Wir sind mitten in der Transformation und ich bin überzeugt, dass wir aus dieser Phase gestärkt hervorgehen können.“
Der Jahresfehlbetrag für 2025 habe sich nach Unternehmensangaben auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen. Darin enthalten seien Restrukturierungskosten in Höhe von rund 0,7 Millionen Euro gewesen. Zusätzlich hätten Abschreibungen und Buchwertkorrekturen das Ergebnis belastet.
Restrukturierung mit klarer wirtschaftlicher Zielsetzung
Ein zentraler Bestandteil der Neuaufstellung sei die Anpassung der Kostenstrukturen gewesen. Im Fokus hätten insbesondere die Personalkosten sowie die Budgets in Marketing und Vertrieb gestanden. Notwendige Investitionen seien weiterhin vorgenommen worden, andere Ausgaben dagegen bewusst zurückgestellt worden.
Auch im Personalbereich seien Maßnahmen umgesetzt worden. Die Zahl der Mitarbeitenden ist um 22 Personen reduziert worden. Nach Unternehmensangaben sei dies nur in einer einstelligen Zahl von Fällen über betriebsbedingte Kündigungen erfolgt. Weitere Anpassungen hätten über Renteneintritte, das Auslaufen befristeter Verträge sowie nicht nachbesetzte Stellen realisiert werden können.
Auch beim Weihnachtsgeld 2025 sei gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft eine Lösung gefunden worden. Nach intensiven, aber konstruktiven Gesprächen sei ein Verzicht vereinbart worden, der für die Mitarbeitenden über Zeitkonten zumindest anteilig kompensiert worden sei. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 ist eine solche Maßnahme nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.
Transformation zum breiter aufgestellten Getränkeunternehmen
Parallel zur wirtschaftlichen Stabilisierung treibt die Einbecker Brauhaus AG nach eigenen Angaben ihre strategische Weiterentwicklung voran. Das Unternehmen beschreibe den laufenden Prozess als Umbau hin zu einem breiter aufgestellten Getränkeunternehmen. Der Fokus bleibe dabei klar auf Bier als Kernkompetenz und Markenkern gerichtet. Die Einbecker Brauerei werde immer mit dem Bockbier verbunden bleiben und auch in diesem Feld weiterhin neue Produkte entwickeln.
Gleichzeitig soll das Portfolio gezielt um neue Kategorien und Anwendungsanlässe erweitert werden. Dazu zählen unter anderem neue Produkte wie „Erwyn“, funktionales Wasser oder „Hoppy Energy“ als matebasierte Energy-Alternative. Hinzu kommt ein Ausbau des alkoholfreien Sortiments, das sich in einem dynamischen Wachstumssegment bewegt.
Hier setzt das Unternehmen unter anderem auf alkoholfreie Biere und Biermischgetränke wie „Einbecker Blutorange 0,0 %“, weitere „Null Bock“-Varianten sowie „Headbanger Zero. Zero“.
Nach Einschätzung des Unternehmens befinde sich Einbecker „mittendrin“ in dieser Transformation. Parallel zum Markt- und Portfolioumbau werde auch die Organisation neu ausgerichtet, um schneller und zielgerichteter auf veränderte Konsum- und Marktentwicklungen reagieren zu können. So seien im Jahr 2026 bereits die Leitung Vertrieb mit Thorsten Husmann sowie die kaufmännische Leitung mit Andrej März neu besetzt worden.
Modernisierung der Marke als Teil der Zukunftsstrategie
Auch der Design-Relaunch der Marke ist Teil dieser strategischen Weiterentwicklung gewesen. Aus Sicht des Unternehmens sei dieser Schritt zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Ziel sei und bleibe es, neue Zielgruppen für die Marke Einbecker zu gewinnen und die Markenwelt moderner und relevanter aufzustellen.
2026 soll erste operative Wirkung zeigen
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet der Vorstand nach Unternehmensangaben eine Verbesserung des Ergebnisses. Vor dem Hintergrund des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes und eines voraussichtlich rückläufigen Umsatzes rechnet das Unternehmen zwar noch mit einem negativen Ergebnis, dieses solle jedoch nur noch im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.
Die eingeleiteten Maßnahmen aus 2025 sollten damit bereits im laufenden Jahr zunehmend Wirkung entfalten. Ab dem Geschäftsjahr 2027 plane die Gesellschaft nach aktuellem Stand wieder mit positiven Jahresergebnissen.
Auch Investitionen in Zukunftsfelder bleiben im Blick. So beobachtet das Unternehmen unter anderem die Entwicklung im Bereich Entalkoholisierung sehr genau. Angesichts wachsender Nachfrage und steigender Kapazitätsauslastung könnte dieses Thema perspektivisch an Bedeutung gewinnen. Konkrete Investitionsentscheidungen seien hierzu derzeit jedoch noch nicht getroffen worden.
Der vollständige Geschäftsbericht der Einbecker Brauhaus AG für das Geschäftsjahr 2025 wird am 4. Mai 2026 veröffentlicht.
Foto: Einbecker Brauhaus AG