Uslar (red). Schwangere und junge Familien im Landkreis Northeim haben eine neue Ansprechpartnerin: Jessica Otte ist seit Mai 2025 als freiberufliche Hebamme im Raum Uslar, Bodenfelde und Hardegsen tätig und arbeitet zusätzlich in der Geburtshilfe der Helios Albert-Schweitzer-Klinik in Northeim.
Unterstützung beim Start in die Selbstständigkeit
Bei einem Termin im Kreishaus am 16. April gratulierte Kreisrat Harald Rode, Dezernent für Jugend und Soziales, der 41-Jährigen zu ihrem Schritt in die Selbstständigkeit. Zuvor hatte Otte den Gründungszuschuss des Landkreises erhalten. Sie ist damit eine von inzwischen 35 freiberuflichen Hebammen im Kreisgebiet.
„Es war schon immer mein Traum, als Hebamme zu arbeiten, weil ich diese Arbeit als sehr sinnstiftend empfinde“, sagt Otte.
Beruflicher Neuanfang nach Umweg
Den Weg in den Beruf schlug die Mutter von zwei Söhnen erst später ein. Bis 2021 arbeitete die Diplom-Verwaltungswirtin im öffentlichen Dienst. Parallel war sie bereits als Stillberaterin aktiv und bot in Uslar Kurse für Babymassage und Rückbildung an. „Es hat mich gestört, dass es in dieser Gegend keine Angebote für junge Eltern gab.“
Mit Mitte 30 entschied sich Otte für einen Neuanfang und begann ein Studium der Hebammenwissenschaften in Göttingen, das sie im März 2025 erfolgreich abschloss.
Begleitung rund um Schwangerschaft und Geburt
Heute begleitet sie Frauen und Familien vor, während und nach der Geburt. Ihr Angebot umfasst Vorsorgeuntersuchungen, Beratung, Geburtsvorbereitung sowie die Betreuung im Wochenbett. Darüber hinaus unterstützt sie beim Stillen, bei der Rückbildung und in besonderen Belastungssituationen.
„Ich freue mich sehr, dass wir Jessica Otte mit unserem Förderprogramm auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen können. Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, dass Familien rund um Schwangerschaft und Geburt gut begleitet werden“, so Harald Rode.
Förderung der Hebammenversorgung
Seit 2019 fördert der Landkreis Northeim gezielt die Hebammenversorgung. Freiberufliche Hebammen können bei einer Niederlassung im Kreisgebiet einen Zuschuss von 3000 Euro erhalten. Zusätzlich werden die Wochenbettbetreuung, die Anleitung von Studierenden sowie Fortbildungen finanziell unterstützt.
Im vergangenen Jahr profitierten 36 Hebammen von entsprechenden Zuwendungen, darunter auch Fachkräfte aus Nachbarkreisen.
Grundlage ist die „Richtlinie Hebammenversorgung“, die im September 2025 verlängert wurde und bis Ende 2030 gilt. Dafür stehen jährlich 30.000 Euro im Kreishaushalt zur Verfügung.
Weitere Informationen sind unter https://www.landkreis-northeim.de/fruehehilfen abrufbar.
Foto: Landkreis Northeim