Goslar (red). Der Lions Club Bad Harzburg hat 1.000 Euro für das Krankenhausprojekt des deutschen Chirurgen Dr. med. Klaus-Dieter John in Peru gespendet. Die symbolische Übergabe der Spendensumme erfolgte jetzt in Goslar.
Ausgangspunkt war ein Vortrag des Mediziners im Oktober 2024 im Kreishaus Goslar. Eingeladen worden war Dr. John von den Asklepios Harzkliniken. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den Harzer Lions Clubs und dem Landkreis Goslar statt. Neben einem öffentlichen Vortrag tauschte sich der Mediziner auch mit Chefärztinnen und Chefärzten der Harzkliniken aus.
Unterstützung für ein außergewöhnliches Hilfsprojekt
Dr. Klaus-Dieter John gründete vor rund 19 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Martina ein Krankenhaus für bedürftige Menschen im Süden Perus. Das Projekt entwickelte sich zu einem der größten privat finanzierten medizinischen Hilfsprojekte Deutschlands und wird bis heute durch Spenden und ehrenamtliches Engagement getragen.
Der damalige stellvertretende Landrat Stefan Scheele begrüßte den Mediziner während seines Besuchs offiziell. Die Harzer Lions Clubs organisierten im Zusammenhang mit der Veranstaltung eine Spendenaktion.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh dem Ehepaar John für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande. Auch peruanische Staatspräsidenten empfingen das Arzt-Ehepaar im Laufe der Jahre.
Vom Rucksackurlaub zur Krankenhausgründung
In seinem Vortrag schilderte Dr. John den Weg von einer Idee bis zur Eröffnung eines modernen Krankenhauses. Gemeinsam mit seiner späteren Frau Martina, einer Kinderärztin, reiste er bereits als junger Mensch nach Südamerika. Beide verband der Wunsch, Medizin zu studieren und Menschen in Entwicklungsländern zu helfen.
Nach ihrer Ausbildung arbeiteten sie zunächst in Ecuador. Im Jahr 2003 zog die Familie mit ihren drei Kindern nach Peru. Dort entstand die konkrete Vision eines Krankenhauses für arme Menschen im Hochland der Anden, rund 1.000 Kilometer südöstlich von Lima.
Zur Finanzierung des Projekts wurden Fördervereine gegründet, Vorträge gehalten und Spenden gesammelt. Unterstützung kam von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen aus vielen Ländern.
Zahlreiche Hürden auf dem Weg zum Ziel
Dr. John berichtete von zahlreichen Herausforderungen während der Bauphase. Immer wieder habe es Unsicherheiten bei der Finanzierung und Versorgung mit Baumaterial gegeben. Gleichzeitig seien unerwartete Unterstützer auf das Projekt aufmerksam geworden.
Eine besondere Episode schilderte er aus Lima: Dort traf er zufällig den Vorstandsvorsitzenden eines Telekommunikationsunternehmens. Nach einem Gespräch über das Krankenhausprojekt spendete das Unternehmen nach seinen Angaben eine Satellitentelefonanlage im Wert von rund 400.000 Euro.
Im Jahr 2006 übernahm Pila Nores de García, die Ehefrau des damaligen peruanischen Präsidenten, die Schirmherrschaft über das Projekt. Ein Jahr später wurde das Hospital eröffnet.
Patientinnen und Patienten beteiligen sich nach ihren finanziellen Möglichkeiten an den Behandlungskosten. Niemand werde jedoch abgewiesen, wenn er die Kosten nicht tragen könne, berichtete Dr. John.
Lob aus dem Harz
„Beeindruckend, von dem besonderen Engagement eines deutschen Arztes im Ausland, das im Gesundheitswesen einzigartig ist, kann man viel lernen. Daher wollten wir das Projekt gerne aus unserer Region unterstützen“, sagte Dominik Werner, Unternehmer und ehemaliger Präsident des Lions Clubs Bad Harzburg.
Auch Florian Nachtwey, Geschäftsführer der Asklepios Harzkliniken, würdigte das Engagement: „Es ist ein eindrucksvolles Beispiel über den berühmten Tellerrand hinaus, für soziales Engagement und dafür, anderen Menschen in Not zu helfen.“
Projekt wächst weiter
Hinter dem Krankenhaus stehen der gemeinnützige Verein Diospi Suyana in Deutschland sowie die Diospi-Suyana-Stiftung. Inzwischen gehören weitere soziale und medizinische Einrichtungen zum Projekt.
Weitere Informationen gibt es unter www.diospi-suyana.de oder per E-Mail an
Foto: Asklepios