Landkreis Northeim (red). Die Polizeiinspektion Northeim hat die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Dabei zeigt sich insgesamt ein nahezu gleichbleibendes Unfallniveau, jedoch mit teils besorgniserregenden Entwicklungen bei den Unfallfolgen und einzelnen Risikobereichen.
Unfallzahlen und Personenschäden
Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Northeim insgesamt 2884 Verkehrsunfälle registriert, das sind 13 mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Unfälle blieb ohne Personenschaden und beschränkte sich auf Sachschäden.
Die Zahl der Unfälle mit verletzten oder getöteten Personen stieg auf 406 Fälle. Insgesamt wurden dabei 540 Menschen verletzt oder getötet. Die Zahl der Schwerverletzten ging leicht auf 51 zurück. Gleichzeitig registrierte die Polizei sieben tödliche Verkehrsunfälle, bei denen fünf Pkw-Insassen und zwei Motorradfahrende ums Leben kamen.
Unterschiede zwischen innerorts und außerorts
Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 1782 Unfälle. Dabei wurden 17 Personen schwer verletzt, zudem kam es zu einem tödlichen Unfall. Außerhalb geschlossener Ortschaften wurden 1093 Unfälle verzeichnet, bei denen 34 Menschen schwer verletzt wurden und sechs Personen ums Leben kamen.
Entwicklungen bei einzelnen Unfallarten
Die Zahl der Baumunfälle sank leicht auf 34 Fälle. Auch die Zahl der dabei verletzten Personen ging zurück. Dagegen stieg die Zahl der Wildunfälle auf 552, bewegte sich jedoch weiterhin auf einem vergleichbaren Niveau.
Bei den zu Fuß Gehenden wurden 52 Beteiligte registriert, von denen 40 verletzt wurden. Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zum Vorjahr. Todesfälle gab es in dieser Gruppe erneut nicht.
Die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs stieg um etwa 17 Prozent auf 102 Fälle. Dabei wurden 71 Radfahrende verletzt, Todesfälle wurden nicht verzeichnet.
E-Scooter und Krafträder im Fokus
Ein deutlicher Anstieg zeigte sich bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen. Insgesamt wurden 20 Verkehrsunfälle mit E-Scootern registriert. Dabei wurden 14 Personen leicht und eine Person schwer verletzt. Patrick Kobbe aus dem Sachbereich Verkehr wird mit den Worten zitiert: „Ein E-Scooter ist kein Spielzeug, sondern ein Kraftfahrzeug. Was oft als spaßige Mobilität beginnt, endet aufgrund von Unterschätzung der Geschwindigkeit, Ablenkung oder Alkoholeinfluss leider viel zu häufig im Unfallbericht.“
Die Zahl der Unfälle mit Krafträdern sank dagegen auf 94 Fälle. Dabei wurden neun Personen schwer verletzt und zwei Menschen tödlich verletzt.
Risikogruppen im Straßenverkehr
Bei Kindern bis einschließlich 14 Jahre ging die Zahl der verletzten Personen weiter zurück. Es wurden zwei schwerverletzte und 28 leicht verletzte Kinder registriert. Todesfälle gab es nicht.
Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren stieg die Zahl der Verletzten auf 93. In dieser Altersgruppe wurde eine Person tödlich verletzt.
Auch bei den Seniorinnen und Senioren wurde ein Anstieg verzeichnet. 66 Personen wurden leicht und acht schwer verletzt. Vier Menschen dieser Altersgruppe kamen ums Leben.
Unfallfluchten auf Höchststand
Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten erreichte mit 719 Fällen den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Im Vorjahr lag die Zahl bei 663. Rund 40 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden. Verkehrssicherheitsberaterin Simone Köhler wird dazu zitiert: „Einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung dieser Taten können Zeugen leisten, die ihre Beobachtungen unverzüglich der Polizei mitteilen.“
Hauptunfallursachen und Maßnahmen
Zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie unzureichender Sicherheitsabstand bleiben die häufigsten Unfallursachen. Auch Ablenkung durch Mobiltelefone, Vorfahrtsverstöße sowie Alkohol- und Drogenkonsum spielen eine wesentliche Rolle.
Die Polizei setzte im vergangenen Jahr verstärkt auf Kontrollen. Insgesamt wurden 1621 Ordnungswidrigkeiten wegen überhöhter Geschwindigkeit festgestellt. Zudem wurden 1024 Verstöße wegen der Nutzung elektronischer Geräte am Steuer registriert.
Im Bereich Alkohol und Drogen wurden 122 Verkehrsteilnehmende unter Alkoholeinfluss festgestellt. Die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss ohne Unfall ging zurück, während die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss anstieg.
Polizeileiterin Maren Jäschke betont abschließend: „Wer berauscht fährt, spielt mit seinem Leben und dem Leben anderer. Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente haben hinter dem Steuer keinen Platz.“
Die Polizei Northeim kündigt an, auch künftig verstärkt auf Kontrollen und Präventionsarbeit zu setzen, um die Verkehrssicherheit im Landkreis weiter zu verbessern.
Foto: Polizeiinspektion Northeim