Einbeck (red). Unter Tagesordnungspunkt 10 der nächsten Ratssitzung liegt die Beschlussvorlage 2025/1890 vor. Die Verwaltung empfiehlt darin, die Stadt Einbeck für die Kommunalwahl am 13. September 2026 wie bisher in zwei Wahlbereiche zu unterteilen: Kernstadt und Ortschaften. Die Bürgerliste Gemeinsam für Einbeck (BlGfE) spricht sich gegen diese Fortführung der bisherigen Praxis aus und plädiert stattdessen für die Einführung eines einzigen Wahlkreises, der das gesamte Stadtgebiet umfasst. Künftig soll es in Einbeck nur noch einen Wahlkreis geben. Nach Auffassung der BlGfE entspricht die Trennung nicht mehr den aktuellen Anforderungen und widerspricht dem Ziel, die Stadt als Einheit zu stärken.
„Wir sind eine Stadt mit Dörfern, nicht zwei getrennte Wahlkreise“, betont die BlGfE. Zudem gibt es auch nur eine Stadtverwaltung für alle Bürgerinnen und Bürger. Dass es dennoch zwei Wahlkreise gibt, die künstlich eine Grenze zwischen Stadt und Ortschaften zieht, ergebe nach der Partei wenig Sinn. „Ratsmitglieder der Kernstadt müssen auch die Ortschaften im Blick haben – und umgekehrt. Das fördert Verständnis füreinander und gemeinsame Lösungen. Wer im Stadtrat sitzt, soll Verantwortung für alle übernehmen – egal ob für die Kernstadt oder die Ortschaften.“
"Seit der Fusion mit Kreiensen vor über zwölf Jahren verfolgt Einbeck im Leitbild, dass Stadt und Ortschaften enger zusammenwachsen sollen", so die BlGfE. Ein zweigeteiltes Wahlsystem liefe diesem Anspruch jedoch entgegen und würde nach außen den Eindruck einer gespaltenen Stadt erwecken. „Nach außen treten wir als eine Stadt auf, auch im Alltag leben wir diese Einheit – dann darf die Wahl nicht das Gegenteil signalisieren“, so die BlGfE.
Neben der symbolischen Wirkung gibt es nach der BlGfE auch praktische Gründe. Durch den Zensus wird der Stadtrat künftig auf 34 Mitglieder verkleinert. Bei zwei Wahlkreisen wäre die Kernstadt verhältnismäßig unterrepräsentiert. Ein gemeinsamer Wahlkreis schaffe hier mehr Ausgleich. Darüber hinaus eröffne er kleineren Parteien und Wählergemeinschaften bessere Chancen, in den Rat einzuziehen, was die Vielfalt und die demokratische Kultur insgesamt stärkt.
Zudem habe ein Wahlkreis noch einen ganz pragmatischen Vorteil: weniger organisatorischen und finanziellen Aufwand. Es brauche nur noch einen Stimmzettel, Doppelstrukturen in der Vorbereitung entfallen und potenzielle Fehler bei der Ausgabe verschiedener Wahlzettel werden vermieden.
Für die BlGfE ist entscheidend, dass Einbeck als eine Stadt wahrgenommen und politisch auch so behandelt wird. Zwei Wahlkreise würden bestehende Gräben eher vertiefen, während ein gemeinsamer Wahlkreis ein klares Signal für Zusammenhalt setzt – nach innen wie nach außen. Bildlich gesprochen soll Einbeck wie ein Kuchen sein: eine große Einheit. Zwei Wahlkreise hingegen machen daraus einen Donut, bei dem die Ortschaften nur einen Ring um die Kernstadt bilden.