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Dienstag, 24. Februar 2026 Mediadaten wsr.tv
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Hannah Fleetwood (GRÜNE; Moderation); Anna Schäfer (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Einbeck); Petra Bohnsack (BLGfE); Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Beatrix Tappe-Rostalski (CDU), Eunice Marques da Silva Schenitzki (SPD).

Einbeck (red). Unter dem Titel „Mitgestalten, mitentscheiden“ hat vergangene Woche die zweite Veranstaltung der überparteilichen Dialogreihe „Politik vor der Haustür“ stattgefunden. In der gut besuchten Alten Synagoge stellte das Demokratiebündnis „Einbeck ist BUNT“ ein zentrales Thema der lokalen Ratsarbeit in den Mittelpunkt: die deutliche Unterrepräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik.

Auf dem Podium diskutierten Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Beatrix Tappe-Rostalski (CDU), Petra Bohnsack (BLGfE) und Eunice Marques da Silva Schenitzki (SPD). Ergänzt wurde die Runde durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Einbeck, Anna Schäfer. Die Moderation übernahm Hannah Fleetwood (GRÜNE). Die Teilnehmerinnen berichteten von ihren politischen Werdegängen, die häufig mit Engagement in Elternräten begonnen hätten. Einigkeit habe darin bestanden, dass politische Mandate vielfach erst dann greifbar geworden seien, wenn Care-Arbeit durch ältere Kinder und Unterstützung der Partner aufgefangen werden konnte.

Zwischen „Frauenthemen“ und Netzwerkarbeit

In der Diskussion seien auch kritische Erfahrungen zur Sprache gekommen. Beatrix Tappe-Rostalski berichtete von persönlichen Anfeindungen mit Bezug auf ihr Geschlecht: „So etwas kann demotivieren, aber eben auch anspornen.“ Petra Bohnsack und weitere Podiumsteilnehmerinnen kritisierten die Tendenz, Frauen vor allem soziale „Frauenthemen“ zuzuschreiben und ihnen Kompetenz in Wirtschafts- oder Finanzpolitik abzusprechen. Man müsse sich gegen solche Rollenzuweisungen aktiv behaupten, so Bohnsack. Hilfreich seien gesunder Menschenverstand und Geduld.

Eunice Schenitzki hob die Bedeutung informeller Netzwerke beim „Bier nach der Sitzung“ hervor, das für Zugehörigkeit in Räten und Parteien wichtig sei. Hannah Fleetwood gab zu bedenken, dass gerade diese Abendtermine für Frauen mit Betreuungspflichten eine zusätzliche Hürde darstellen könnten. Schenitzki ergänzte: „Deshalb sollte man auch die Uhrzeit für den Beginn der Sitzungen überdenken. Sitzungsbeginn um 17 Uhr passt oft nicht zur Realität von Familien und liegt genau in der Abendbrot- und Zubettgehzeit.“

Strukturelle Hürden im ländlichen Raum

Anna Schäfer machte deutlich, dass viele der geschilderten Erfahrungen strukturelle Ursachen hätten. Besonders im ländlichen Raum erschwerten veraltete Rollenbilder, eine dünnere Infrastruktur und längere Anfahrtswege den Zugang zu politischen Gremien. Als mögliche Lösungsansätze seien familienfreundlichere Sitzungszeiten sowie mehr Möglichkeiten zur virtuellen Teilnahme diskutiert worden. Schäfer betonte: „Eine repräsentative Demokratie sieht eigentlich anders aus. Die geringe Anzahl an Frauen in der Politik ist streng genommen kaum mit dem Anspruch unseres Grundgesetzes vereinbar.“

Vernetzung und Vorbilder

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek unterstrich die Bedeutung parteiübergreifender Vernetzung: „Frauen müssen sich untereinander viel stärker stützen.“ Als positives Beispiel sei die Arbeit des Einbecker Frauenrats hervorgehoben worden. Politisch aktive Frauen seien als Vorbilder wichtig, um weitere Frauen für kommunalpolitisches Engagement zu gewinnen.

In der Publikumsrunde sei deutlich geworden, dass grundsätzlich Interesse an einer Kandidatur bestehe, Unsicherheiten jedoch häufig hemmten. Die Podiumsteilnehmerinnen hätten ermutigt: „Traut euch, stellt Fragen, schaut euch die öffentlichen Sitzungen an und zählt auf die Solidarität der anderen Frauen in den Räten“, so der Tenor.

Fleetwood resümierte: „Der Abend hat gezeigt, dass wir an diesem Thema – das grundsätzlich leider nicht neu ist – dranbleiben müssen, um unsere politische Kultur inklusiver zu gestalten.“ Zudem habe sie betont: „Die Unterrepräsentation von Frauen ist kein reines ‚Frauenthema‘, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Echte Veränderung können wir nur gemeinsam angehen, wenn alle Geschlechter an einem Strang ziehen.“

Die Reihe „Politik vor der Haustür“ soll fortgesetzt werden. Als nächster Termin ist eine Veranstaltung geplant, die sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Foto: Hannah Fleetwood

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