Einbeck (red). Mit dem Rückbesuch der polnischen Partnerschule der IGS Einbeck fand in Einbeck der zweite Höhepunkt der jährlich stattfindenden Jugendbegegnung statt. 23 Jugendliche der 8. Klassen aus der Szkoła Podstawowa nr 2 im. Jana Pawła II aus Twardogóra verbrachten mit vier Lehrerinnen vom 28.4. bis zum 4.5.2024 eine besondere Zeit in Einbeck und der Region.18 Jugendliche und drei Lehrer der IGS Einbeck haben die Woche in der Region geplant und ein dichtes, abwechslungsreiches Programm organisiert.

Aus diesem Anlass versammelten sich am Dienstagvormittag in der IGS Einbeck die politischen Vertreterinnen von Stadt, Landkreis und Bundestagswahlkreis, um die internationale Jugendgruppe und deren Lehrer zu begrüßen.

Gesamtschuldirektorin Sandra Friedrich begrüßte die Jugendlichen und gestand, es fühle sich mittlerweile an, als kämen Freunde zu Besuch. Das jährliche Wiedersehen schaffe ein Gefühl von Teamwork, auch wenn die Kolleginnen 600 km entfernt arbeiteten. Gegenüber den 13 bis 14-jährigen Jugendlichen betonte sie, dass die Gelegenheit, Sprache, Kultur und Ansichten eines anderen Landes kennenzulernen, gerade im Jugendalter wertvoll sei. Dass sich die Lehrer das übergreifende Thema Wasser gewählt hätten, um der Begegnung einen inhaltlichen roten Faden zu geben, lobte die Schulleiterin und umriss einige Stationen des Programms: Technikführung im Badeparadies Eiswiese, Drachenboottraining, Erkundung des Leinepolders per Fahrrad, Besichtigung des Wasserwerkes Wienrode, Besuch der Baumannshöhle. Bei all diesen Orten spiele das Wasser eine zentrale Rolle. Dieses lebenswichtige Element zu schützen, sei eine internationale Aufgabe und deswegen ein klug gewähltes Thema für eine internationale Jugendbegegnung.

Bürgermeisterin Michalek betonte, dass so viele Dinge im Ausland fremd, ungewohnt und völlig anders wären. Das Schließen von Freundschaften ohne gemeinsame Sprache sei eine wertvolle Erfahrung, an die man sich lange erinnere. Gewohntes mit Neuem zu vergleichen, bringe einen ins Nachdenken. Vor alledem bestehe aber der Wunsch, Vertrauen aufzubauen und den Frieden zu bewahren.

Das Thema Wasser habe Einbeck besonders in diesem Winter beschäftigt und Leinepolder und Talsperren im Harz hätten der Stadt sehr geholfen.

Michalek dankte den Lehrkräften und Schulleitungen, dass sie so eine Begegnung von Jugendlichen ermöglichen.

„Ein tolles Projekt“ nannte die stellvertretende Landrätin Gudrun Borchers die Partnerschaft der beiden Schulen, die seit 2019 besteht. Ihre Freude unterstrich sie mit der Übergabe von Gastgeschenken an jeden Teilnehmer der Begegnung. Sie betonte, wie begeisternd Begegnungen von Jugendlichen sein können und freute sich, dass durch die Partnerschaft der Schulen noch weitere Jugendbegegnungen geplant sind.

Die Schulen führen jährlich im 8. Jahrgang zwei Jugendbegegnungswochen durch. Im Herbst fahren die Einbecker nach Twardogóra und im Frühjahr erfolgt der Gegenbesuch in Südniedersachsen. Besonders ist, dass die Gäste nicht in Familien untergebracht werden, sondern gemeinsam im mit DRK Waldhaus die Woche verbringen.

Auch Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt betonte, dass die europäische Einigung solche Jugendaustausche möglich mache und dankte ebenfalls den Lehrkräften, die freiwillig Mehrarbeit in Kauf nähmen, um sich für die europäische Idee zu engagieren. Besonders freute sie sich, dass auf Schulebene der europäische Gedanke so lebendig sei und sich die Lehrkräfte beider Schulen 20 Jahre nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union so um Europa engagieren würden. Auch sie brachte als Geschenk für jeden einen praktischen Beutel aus dem Bundestag mit, den es nicht zu kaufen und nur über Bundestagsabgeordnete oder im Bundestag selbst zu erhalten gibt.

Und so konnte man in der Woche 41 Jugendliche mit diesen Beuteln in der Einbecker Innenstadt entdecken. Denn zum Kennenlernen eines anderen Landes gehört zwangsläufig das Erkunden der Läden und der Innenstadt.

Auf dem Programm stand weiterhin ein Workshoptag am Donnerstag mit Patricia Keil aus Einbeck. Die Künstlerin gestaltete einen bunten Tag, der mit einem abendlichen Konzert in der Tangobrücke seinen krönenden Abschluss fand. Hierzu luden Martin und Patricia Keil extra die polnisch sprechenden Musiker Agnieska und Artur Pacewicz aus Hannover ein, um für die Jugendlichen ein Programm von deutschen und polnischen Komponisten aufzuführen.

Die Gruppe verließ am Freitagmorgen die Bierstadt, um im Harz auf Entdeckungstour zu gehen. Wasserwerksbesichtigung, Zipline für die Mutigen, der blaue See für die Naturliebhaber. Den Abschluss fand die gemeinsame Zeit der Jugendlichen am Samstag mit einem Besuch im Wolfsburger Phaeno und dem Bundesligaspiel VfL Wolfsburg gegen Darmstadt. Durch die Förderung dieses Projektes durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und der Sanddorf-Stiftung kann das Programm so bunt, vielseitig und reichhaltig gestaltet werden. Nach sieben gemeinsamen Tagen hoffen die Lehrerinnen und Lehrer, dass Freundschaften und Erinnerungen entstanden sind, die noch lange nachwirken. Im Herbst wird der kommende achte Jahrgang der IGS Einbeck 22 Jugendliche nach Twardogóra reisen lassen. Auch für das Frühjahr 2025 stehen die Termine in Einbeck bereits fest.

Foto: IGS