Fredelsloh (red). Am gestrigen Freitag jährte sich der Luftangriff auf Fredelsloh zum 80. Mal – ein dunkles Kapitel der Ortsgeschichte, das 15 Menschenleben forderte, zahlreiche Häuser zerstörte und tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterließ. Auch zehn Feuerwehrleute aus Northeim kamen am 28. März 1945 ums Leben, als sie auf dem Weg zur Brandbekämpfung von einem Jagdflieger getötet wurden.
„Das Erinnern ist wichtig“, betonte Pastor Jan Höffker vom Vorbereitungsteam. Es sei Teil eines langen Versöhnungsprozesses und Ausdruck der Mahnung: Nie wieder.
Die Feuerwehr Fredelsloh, der Ortsrat und die Kirchengemeinde hatten zu einem Gedenktag eingeladen, der ganz im Zeichen von Erinnerung und Hoffnung stand. Am Nachmittag wurde zunächst ein Kranz am Denkmal zwischen Moringen und Lutterbeck niedergelegt.
Später pflanzten die Teilnehmenden am Gedenkstein in Fredelsloh einen Baum – als lebendiges Symbol für Frieden und Zukunft. Beim anschließenden „historischen Rundgang“ entlang des Nonnenbachs wurden ausgewählte Zeitzeugenberichte in szenischer Lesung vorgetragen und ließen die dramatischen Geschehnisse von 1945 noch einmal eindrücklich aufleben.
Den würdigen Abschluss fand der Gedenktag mit einer Andacht in der Klosterkirche. Dort erklang Jean Langlais’ Orgelwerk Chant de paix, gespielt von Wolf-Friedrich Merx – ein bewegendes musikalisches Friedensgebet zum Ende eines besonderen Tages.