Einbeck (zir). Der Tourismus in Einbeck soll in den kommenden Jahren konsequent weiterentwickelt werden. Mit Tobias Bez als neuem Leiter der Tourist-Information und Ulrike Lauerwald als Leitung der Stabsstelle „Public and Business Relations“ (PBR) stehen zwei zentrale Personen für die Umsetzung des Tourismus-Konzepts „Einbeck 2030“. Im Gespräch mit der Redaktion sprechen sie über ihre Ansätze, Ziele und die Bedeutung des Tourismus für die Stadt und die Region.
Einstieg mit Erfahrung und Teamfokus
Tobias Bez hat zum Jahreswechsel die Leitung der Tourist-Information Einbeck übernommen. Er bringt dafür sowohl eine fundierte fachliche Ausbildung als auch eine enge persönliche Verbindung zur Stadt mit. Nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann spezialisierte er sich im Studium auf Destinationsmanagement – ein Bereich, der sich mit der Koordination, Vermarktung und Weiterentwicklung touristischer Angebote befasst.
Bereits vor Beginn seines Studiums sammelte Bez praktische Erfahrungen bei Einbeck Tourismus, wo er ein halbes Jahr tätig war. Diese Zeit gab ihm früh Einblicke in die Arbeit der Tourist-Information als zentrale Schnittstelle zwischen Gästen, Einheimischen und touristischen Akteuren. Als die Position des Teamleiters nach seinem Studium neu besetzt wurde, ergab sich für ihn die passende Gelegenheit, berufliche Qualifikation und Heimatverbundenheit miteinander zu verbinden.
Durch seine frühere Tätigkeit fiel ihm der Einstieg ins Tagesgeschäft vergleichsweise leicht. Gleichzeitig warteten neue Aufgaben außerhalb des bisherigen Arbeitsalltags auf ihn, insbesondere organisatorische und strategische Themen. Der Start in die neue Position fiel zudem in einen Saisonwechsel, der zusätzliche Herausforderungen mit sich brachte. Ein besonderer Fokus der ersten Wochen lag für Bez darauf, das Team kennenzulernen und die Zusammenarbeit zu stärken. Die Teamdynamik spielt für ihn eine zentrale Rolle: „Wenn das Team glücklich ist, funktioniert auch der Kundenservice nahezu von allein“, sagt der neue Teamleiter mit einem Schmunzeln.
Für Bez bedeutet Tourismus weit mehr als reine Werbung für eine Stadt. Er verbindet ihn mit dem menschlichen Grundbedürfnis, Orte zu erkunden und Neues zu entdecken. Gleichzeitig sieht er den Tourismus eng mit der Identität eines Ortes verknüpft.
„Einbeck zeichnet sich durch die Mischung aus Natur und Altstadtcharme aus: Solling, Leinetal und Leinepolder ebenso wie die Fachwerkstadt mit einem breiten Angebot für Alltag und Freizeit“, erklärt der gebürtige Einbecker. Genau diese Vielfalt wolle er Gästen wie Einheimischen über die Tourist-Information zugänglich machen.
Neue Konzepte und Schwerpunkt Familien
Ein Projekt, das Bez besonders am Herzen liegt, ist die Neukonzipierung der Verkaufs- und Präsentationsflächen in der Tourist-Information. Noch steht man am Anfang der Analyse, doch Ziel sei es, den Raum im historischen Gebäude optimal zu nutzen – sowohl für die Präsentation von Souvenirs und Informationen als auch für die Arbeitsbedingungen des Teams, gibt Bez Einblicke.
Im Fokus der Tourist-Information steht zurzeit ebenfalls die Weiterentwicklung des Bereichs „Familie“. In Kooperation mit dem Haus der Jugend, der Multifunktionshalle und dem Familienbüro soll unter anderem der Kinderstadtplan neu aufgelegt werden. Auch eine neue Spielecke sei geplant sowie die Hoffnung auf eine Zertifizierung zum Kinderferienland-Ort.
Zum Abschluss beschreibt Bez Einbeck als eine Stadt, in der er eine schöne Kindheit hatte, glücklich aufgewachsen ist und die er nun voller Stolz Besuchenden und Einheimischen zugänglich machen möchte.
Konsequent umsetzen statt neu erfinden
Parallel dazu richtet Ulrike Lauerwald den Blick auf die strategische Weiterentwicklung des Tourismuskonzepts im aktuellen Jahr. Alles im Hinblick auf das im April 2025 beschlossene Tourismus-Konzept „Einbeck 2030“. Zentrale Werte dieses Konzepts sind das Erreichen und das Umsetzen von Authentizität, Erlebbarkeit und Regionalität. Basierend auf den Kernmarken Einbecks: Oldtimer, Fachwerk und Bier – eine Verbindung aus Kulturgut, Kulturgeschichte und Genuss.
Im Jahr 2026 geht es Lauerwald demnach weniger darum, alles neu zu denken, sondern die geplanten Maßnahmen, die noch im politischen Rahmen kommuniziert werden, konsequent umzusetzen. Maßnahmen, die sich aus fünf Handlungsfeldern – Marketing und Kommunikation, Angebots- und Produktentwicklung, Infrastrukturentwicklung, Kooperation und Stakeholdermanagement sowie Schulung und Weiterbildung – ergeben.
Im Verlauf eines Jahres wurden und werden auch zukünftig Umsetzungsschritte aus dem touristischen Marketingplan der Politik vorgestellt. Zuletzt zählten hierzu Projekte wie die Inbetriebnahme der neuen Website oder Angebote, die Einbeck thematisch stärker in die Gegenwart holen sollten.
Lauerwald sieht Einbeck als kulturelles Zentrum zwischen Harz und Solling und als Schlüsselstandort in Südniedersachsen. Besonders wichtig ist für Einbeck dabei der PS.SPEICHER als Europas größtes Oldtimermuseum. Gleichzeitig muss auch das Umfeld stimmen – Gastronomie, Infrastruktur und Übernachtungsmöglichkeiten sind entscheidend. Ziel ist es, Einbeck nicht nur als Zwischenstopp, sondern als zentralen Tourismus-Hub zu etablieren, von dem aus Gäste die Region erkunden.
Partnerschaften als Grundlage
„Partnerschaften sind für den Erfolg unverzichtbar“, betont Lauerwald. „Ob regionale Netzwerke wie der Weserbergland Tourismus, Kooperationen wie ‚aboutcities‘ oder Zusammenschlüsse wie ‚9 Städte + 2‘ – nur gemeinsam kann Einbeck bekannter werden“, führt die Leiterin der Stabsstelle „Public and Business Relations“ aus. Auch lokale Anbieter müssen eng eingebunden werden. Formate wie ein Tourismus-Stammtisch oder Treffen mit Gästeführern sind dabei wichtige Bausteine.
Tourismus trägt laut Lauerwald zudem stark zur Identifikation der Einheimischen mit ihrer Stadt bei. „Er hebt kulturelle Besonderheiten hervor, wertet das Stadtbild auf und fördert den Stolz auf Traditionen“, erklärt die Leiterin. Investitionen in Parks, Gastronomie oder Bauvorhaben kommen letztlich auch den Einheimischen zugute. Gleichzeitig ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Handel und Gastronomie stärkt. Der jährliche Anstieg der Besucherzahlen zeige zudem die positive Entwicklung der Innenstadt.
Mit Blick auf 2030 wünscht sich Lauerwald, dass Einbeck als liebenswerter und lebenswerter Ort wahrgenommen wird – sowohl von Gästen als auch von Einheimischen. Neben den Highlights der Kernstadt sollen auch die 46 Ortschaften, Wanderwege und Vitalwege einen großen Beitrag zum Tourismusnetzwerk leisten.
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