Northeim (red). Der Landkreis Northeim hat die entscheidende Rolle zweier Heimatforscher bei der Entdeckung der archäologisch bedeutenden Fundstelle „Römerschlacht am Harzhorn“ gewürdigt. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne hoben dabei das Engagement von Winfried Schütte und dem inzwischen verstorbenen Rolf-Peter Dix hervor. Deren Hinweise hatten im Jahr 2008 zur Identifizierung des bis dahin unbekannten germanisch-römischen Kampfplatzes geführt, der heute als wissenschaftlich besonders wertvoll gilt.
Winfried Schütte hatte die Fundstelle der Kreisarchäologie gemeldet, nachdem er bei einer Suche mit einem Metalldetektor auf mehrere Eisenobjekte gestoßen war. Gemeinsam mit Rolf-Peter Dix entdeckte er diese am Harzhorn, einem Ausläufer des Höhenzuges Vogelberg an der Grenze der Landkreise Goslar und Northeim. Später stellte sich heraus, dass es sich unter anderem um eine sogenannte Hipposandale handelte – einen eisernen Hufschutz aus römischer Zeit. Archäologische Untersuchungen bestätigten die besondere Bedeutung des Fundortes.
Spur führte zu historischem Fund
Ein Hinweis des Lehrers Ernst Tosch hatte Schütte auf ein Buch zur Geschichte der Ortschaft Westerhof aufmerksam gemacht. Darin fand sich ein Zitat der Freiherren von Oldershausen aus dem Jahr 1708: „Lando von Hartzhorn wohnet anno 726 uff dem Schlosse Hartzhorn so uff einem Berge an der Straße gelegen, welche von Nordheim uff Seesen gehet […]“. Dieser Spur gingen Schütte und Dix nach und gelangten schließlich zu der Fundstelle.
Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne betonte: „Ohne die verantwortungsvolle Meldung des Fundes wäre dieser bedeutende Teil unserer Geschichte möglicherweise unentdeckt geblieben.“ Das Beispiel zeige, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Öffentlichkeit und Fachinstitutionen für den Schutz archäologischer Denkmäler sei.
Als Zeichen des Dankes überreichte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel Winfried Schütte eine aktuelle wissenschaftliche Publikation zum Fundplatz. Die dreibändige Monographie bildet den Abschluss der archäologischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen, die zwischen 2008 und 2020 auf dem Höhenrücken Vogelberg/Harzhorn im westlichen Harzvorland durchgeführt wurden.
Der Fundort steht vermutlich im Zusammenhang mit der sogenannten expeditio germanica des römischen Kaisers Maximinus Thrax im Jahr 235 nach Christus und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen römischer Militärpräsenz im inneren Germanien.
Der Titel „Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr.“ beschreibt den Fundort als Ort militärischer Auseinandersetzungen. Die Autoren hätten bewusst den neutralen Begriff „Kampfplatz“ gewählt, um keine konkrete Form des Konflikts festzulegen.
Mit der Ehrung möchte der Landkreis Northeim auch andere Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, mögliche archäologische Funde gewissenhaft zu melden und so zum Erhalt des kulturellen Erbes beizutragen.
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