Einbeck (red). Am Samstag, 21. März 2026, wurde wieder zum Einbecker Klavierfrühling in die Klavierstadt Einbeck eingeladen. Dabei verwandelte sich die idyllische Fachwerkstadt Einbeck bereits zum zwölften Mal einen ganzen Tag lang in ein pulsierendes Zentrum der deutschen Nachwuchs-Pianistik. Was vor über einem Jahrzehnt klein begann, hat sich längst zu einer festen Größe im bundesweiten Klavierwettbewerbskalender entwickelt. Und doch fühlte sich auch die Edition 2026 wieder an wie ein frischer Aufbruch: mit neuen Gesichtern, innovativen Preisen und einem Hauch von Hollywood.
Rekorde, Regionen und ein Hauch von Zauberei
Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden den Weg nach Einbeck. Das Feld war so bunt wie die gespielten Partituren: Von lokalen Talenten aus der direkten Nachbarschaft über Gäste aus dem fernen Berlin bis hin zu weit gereisten Pianisten aus Schifferstadt in Rheinland-Pfalz. Trotz der beachtlichen Größe ist es Organisator Martin Keil und dem künstlerischen Leiter Gintaras Januševičius gelungen, das bewährte „familiäre Gefühl“ zu bewahren. Man kennt sich, man schätzt sich – und man feiert gemeinsam die Klaviermusik.
Ein besonderer Moment der diesjährigen Ausgabe wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Als die weitgereiste Teilnehmerin Aniya Saha aus Schifferstadt in der ehrwürdigen Aula der Goetheschule das „Hedwig’s Theme“ aus Harry Potter anstimmte, war das Raunen im Saal förmlich greifbar. Unter den Studierenden der FEUERWERK Klavierakademie gilt die Goetheschule ohnehin schon seit Jahren als das „Hogwarts von Einbeck“ – Aniyas Auftritt machte die Illusion perfekt und ließ die Jury verzückt zurück.
Premieren auf und neben der Bühne
Der 12. Klavierfrühling bot wieder einige Premieren. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs trat ein sechs-händiges Ensemble auf und bewies, wie viel Energie und Koordination an einem einzigen Instrument möglich ist. Die Jurybank war auch dieses Jahr wieder mit FEUERWERK Akademiestudent:innen besetzt, für die das Mitwirken in einer Wettbewerbsjury zum größten Teil Neuland war. Sie brachten somit frischen Wind in die Bewertung. Die Begeisterung über das Niveau der Wettbewerbsteilnehmerinnen war riesig, und die jungen Experten konnten wertvolle Erfahrungen in der pädagogischen Beurteilung sammeln. Eine echte Bereicherung war zudem der neu ausgelobte Sonderpreis der Plattform OKTAV, ein Service von Schott Music. Der Gewinner, Konrad Lau, darf sich über ein ganzes Jahr Zugang zu einem digitalen Notenarchiv freuen, das so gewaltig ist, dass man wahrscheinlich hundert Jahre bräuchte, um jedes Stück einmal zu spielen.
Hannover dominiert die Spitzenplätze
Besonders auffällig war in diesem Jahr die enorme Qualität der Klavierspielenden aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Hannover untermauerte seinen Ruf als Talentschmiede für den Klaviernachwuchs eindrucksvoll. Gleich viermal wurde die höchste Wertung, der 1. Preis mit Auszeichnung, vergeben. Philipp Bolgov, Maia Matyash, Lennart Meinen und Sofiia Yaroshenko stammen aus der hannoverschen Klavierszene. Die fünfte Gewinnerin eines 1. Preis mit Auszeichnung heißt Nicole Cesenov und kommt aus Bielefeld.
Neben den klassischen Platzierungen wurden auch wieder kreative Sonderpreise verliehen, die den Wettbewerb so menschlich machen: Auszeichnungen gab es unter anderem für das beste Programm, die beste Interpretation eines bestimmten Genres und sogar für das schönste Bühnenoutfit.
Ein Dank an die Gemeinschaft sowie die Förderer und Sponsoren
Ein Event dieser Größenordnung lebt vom Ehrenamt und von engagierten Unterstützern. Dank der erstklassigen Bewirtung, die dieses Jahr für die Besucher und Teilnehmer unter der Leitung von Jolanda Fritz vom in der Jungen Linde residierenden Verein mutig e.V. erbracht wurde, fühlten sich Gäste und Künstler rundum wohl. Die Mischung aus professionellem Anspruch und herzlicher Gastfreundschaft bleibt das Markenzeichen des Klavierfrühlings.
Als verlässliche und treue Förderer stehen dem Klavierfrühling seit Jahren die KWS SAAT SE und die Firma Schott Music zur Seite.
Last but not least, sprechen wir auch noch einmal unseren Dank den Eltern, Lehrern, Freunden und Bekannten der teilnehmenden Pianist:innen aus. Ihr habt es wieder einmal möglich gemacht, dass wir in Einbeck so viele und so gut vorbereitete Wettbewerbspianist:innen begrüßen durften.
„Wir freuen uns schon jetzt auf den Frühling im kommenden Jahr – wenn es dann am Sonntag, 20. März 2027 in Einbeck wieder heißt: Bühne frei für die Stars von morgen!“, so Martin Keil und Gintaras Januševičius unisono. Viele weitere Impressionen und Informationen zum Klavierfrühling finden sich unter https://www.klavierstadt.de.
Foto: Konzert- und Kulturfreunde Einbeck e.V.