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Donnerstag, 25. Juni 2026 Mediadaten wsr.tv
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Seesen (red). Im Rahmen des Projekts „Herzsicher in der Schule“ der Björn Steiger Stiftung sprach Prof. Dr. med. Hendrik Bonnemeier, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin der Asklepios Klinik Schildautal, vor Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Oberschule Seesen. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand das Thema „Plötzlicher Herztod und Wiederbelebung“.

Seit Beginn des Schuljahres beteiligt sich die Oberschule Seesen an dem bundesweiten Projekt „Herzsicher in der Schule“. Das Niedersächsische Kultusministerium unterstützt die Initiative im Rahmen der Aktionswochen „Woche der Wiederbelebung – Schule rettet Herzen“, die vom 1. bis 26. Juni 2026 stattfinden.

Wiederbelebung als wichtige Lebenskompetenz

In diesem Zeitraum werden Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 verstärkt in Maßnahmen der Wiederbelebung geschult. Die Björn Steiger Stiftung engagiert sich bundesweit für eine bessere Notfallhilfe und einen leistungsfähigen, modernen Rettungsdienst.

„Jeder kann helfen und Leben retten. Beim plötzlichen Herzstillstand zählt jede Minute. Wer die einfachen Schritte Prüfen, Rufen und Drücken kennt und beherzt handelt, kann die Überlebenschancen eines Betroffenen entscheidend verbessern“, betonte Prof. Dr. Hendrik Bonnemeier.

Der erfahrene Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Intensiv- und Notfallmedizin ist ein national und international anerkannter Spezialist für Herzrhythmusstörungen und kardiopulmonale Wiederbelebung. Wissenschaftlich ist er vielfach ausgezeichnet und an über 200 Publikationen und Buchbeiträgen beteiligt.

Wissen vermitteln und Ängste abbauen

Mit seinem Vortrag ergänzte Prof. Bonnemeier die praktischen Schulungen und vermittelte wichtige Grundlagen rund um den plötzlichen Herzstillstand. Dabei erläuterte er insbesondere die einfache und lebensrettende Regel „Prüfen – Rufen – Drücken“, die im Ernstfall schnelle Hilfe ermöglicht.

Der Referent erklärte den Jugendlichen, dass der plötzliche Herztod noch immer zu den häufigsten Todesursachen zählt. Viele Betroffene könnten jedoch gerettet werden, wenn umstehende Personen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen würden. Ziel des Projekts sei es daher, Berührungsängste abzubauen und möglichst viele Menschen zu befähigen, im Notfall schnell und sicher zu handeln.

Mit dem Engagement von Prof. Bonnemeier und der Teilnahme am Projekt „Herzsicher in der Schule“ setzt die Oberschule Seesen ein wichtiges Zeichen für Gesundheitsbildung und gesellschaftliche Verantwortung.

Schulleiter unterstreicht Bedeutung der Initiative

Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei nicht nur lebensrettende Fähigkeiten, sondern gewinnen auch das notwendige Selbstvertrauen, um in Notsituationen Verantwortung zu übernehmen, erläuterte Schulleiter Daniel Beyer und unterstrich die Bedeutung der Initiative: „Wissen und Informationen nehmen Angst und Unsicherheit. Je mehr Menschen schnell, sicher und beherzt mit der Wiederbelebung beginnen können, desto mehr Leben können gerettet werden“, sagte Beyer.

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 65.000 bis 70.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Etwa 70 bis 80 Prozent dieser Notfälle ereignen sich im häuslichen Umfeld, weitere Fälle treten im öffentlichen Raum, beispielsweise auf Straßen, Plätzen oder in Freizeiteinrichtungen, auf.

Jede Sekunde kann entscheidend sein

Gerade weil die meisten Betroffenen zu Hause zusammenbrechen, kommt Angehörigen, Freunden und Nachbarn eine entscheidende Rolle zu. Eine sofort begonnene Herzdruckmassage kann die Überlebenschancen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes deutlich erhöhen.

Die häufigste unmittelbar zum plötzlichen Herztod führende Herzrhythmusstörung ist das Kammerflimmern. Dabei schlägt das Herz nicht mehr koordiniert und kann kein Blut mehr durch den Körper pumpen. Die wirksamste Behandlung ist die möglichst schnelle Defibrillation mittels eines Defibrillators (AED oder professioneller Defibrillator), um durch starke Stromstöße einen normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.

Vom Herzstillstand bis zur Defibrillation zählt jede Sekunde. Bevor professionelle Retter den lebensrettenden Elektroschock abgeben können, könnten Laien viel früher mit einem schnell erreichbaren Automatischen Externen Defibrillator (AED) betroffenen Mitmenschen das Leben retten.

Vorbildprojekt sorgte international für Aufmerksamkeit

Prof. Bonnemeier berichtete den Schülerinnen und Schülern auch von einer Initiative, mit der er einst international Schlagzeilen machte. Der renommierte Herzspezialist initiierte vor Jahren am Timmendorfer Strand das Projekt „Heart Safe Beach“. Es galt damals als weltweit erster „herzsicherer Strand“.

Dabei wurde ein engmaschiges Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren aufgebaut und mit Schulungs- und Aufklärungsmaßnahmen kombiniert. Das Projekt erhielt in den Medien große Aufmerksamkeit als international bemerkenswertes Modell einer nahezu flächendeckenden AED-Versorgung in einem Strand- und Tourismusgebiet.

Foto: Asklepios

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